Hoffnung auf Entspannung ruht auf Schweizer Holz


Angesichts der guten Nachfrage und der steigenden Preise für Holz wollen sich nun auch die Schweizer Waldbesitzer eine dickere Scheibe vom Markt abschneiden. Bild: Beat Märki (Lignum)
Angesichts der guten Nachfrage und der steigenden Preise für Holz wollen sich nun auch die Schweizer Waldbesitzer eine dickere Scheibe vom Markt abschneiden. Bild: Beat Märki (Lignum)
Holzwerkstoffe. Die Schweizer Holzindustrie will ab August frisch geschlagenes Schweizer Holz abnehmen. Derweil fordern die Waldbesitzer deutlich bessere Preise für einheimisches Rundholz.
Die angespannte Lage am Markt für Holz und Holzwerkstoffe beschäftigt nicht mehr nur die Branche. Verstärkt berichten auch Tageszeitungen sowie Radio und Fernsehen über die stark angezogenen Rohstoffpreise, an deren Ende der Schreiner oder dessen Kunden die Rechnung berappen müssen. Bis zu 15 Prozent würden seine Küchen teurer, berichtet etwa Jürg Rothenbühler, Schreinerunternehmer und Präsident der VSSM-Sektion Bern, gegenüber den Tamedia-Zeitungen. Dabei wäre in der Schweiz der Rohstoff in Hülle und Fülle vorhanden – und da zeigt sich, wo der Wurm drin ist im Holzmarkt. Die hiesigen Waldbesitzer klagen seit Längerem über die ihrer Meinung nach zu tiefen und nicht kostendeckenden Preise für Rundholz aus Schweizer Wäldern.
Angesichts der Marktsituation mit weltweit hoher Nachfrage nach Holz und steigenden Preisen forderte der Waldeigentümerverband Wald Schweiz in einer Medienmitteilung Mitte Mai «ab sofort dem Markt angepasste Preise». Die Waldeigentümer seien «im Sinne der Stärkung der Wertschöpfungskette» grundsätzlich bereit, die benötigte Menge an Holz bereitzustellen. Doch das sei eben auch eine Frage des Preises für Rundholz. Und daher brauche es vor der nächsten Holzerntesaison von den Abnehmern «klare Signale bei der Menge wie auch eine Bereitschaft zu höheren Preisen». Laut Wald Schweiz sollten die Durchschnittspreise, über alle Sortimente gerechnet, mindestens ein Drittel anziehen, um fair und marktgerecht zu sein. Wald Schweiz rät den Waldbesitzern nun, geschickt zu verhandeln.
Auch die Taskforce «Wald, Holz und Energie» von Holzindustrie Schweiz hat sich zur Marktlage geäussert. Weil die Preise für Rundholz hoch seien und blieben, hätten verschiedene Schweizer Verarbeiter auf die nächste Schlagsaison signalisiert, höhere Rundholzpreise bezahlen zu wollen. «Die Holzindustrie nimmt ab August gerne wieder grössere Mengen an frisch geschlagenem Holz entgegen», schreibt die Taskforce. Auch Käferholz mit entsprechendem Preisnachlass, heisst es.
Stefan Hilzinger
www.waldschweiz.ch
www.taskforceholz.ch
In diesem Dossier sind alle Artikel zum Thema Lieferengpässe von Holzwerkstoffen und Metallwaren nachzulesen.
Veröffentlichung: 21. Mai 2021
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