Schritt für Schritt zum Ziel


Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pilotprojekts diskutieren in Gruppen mögliche Massnahmen. Bild: Michael Poysden
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pilotprojekts diskutieren in Gruppen mögliche Massnahmen. Bild: Michael Poysden
Vereinbarkeit. 16 Betriebe beteiligen sich am Pilotprojekt des VSSM mit der Fachstelle UND zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Nun trafen sich die Betriebe zu einem weiteren Runden Tisch, bei dem die Massnahmen konkreter wurden.
Das Projekt ist auf Kurs. Dies haben sowohl Daniel Furrer, Direktor des VSSM, als auch Tobias Oberli und Anna Kilchenmann von der Fachstelle UND zu Beginn des zweiten Runden Tischs des Pilotprojekts «Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben» vor Kurzem in Wallisellen betont. Der Fokus liege nun auf der Initiierung und erfolgreichen Umsetzung, nachdem in den Unternehmen im Rahmen von Workshops unter der Leitung von UND über 60 Massnahmen entwickelt worden sind. «Es ist sehr erfreulich, dass weiterhin alle 16 Betriebe an Bord sind», sagte Daniel Furrer. Das Projekt und die Erkenntnisse daraus seien wichtig, um das Thema «Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben» in der Schreinerbranche zu etablieren. Es gehe schliesslich auch darum, die Branche im Arbeitsmarkt erfolgreich zu positionieren.
Die definierten Massnahmen lassen sich in sechs verschiedene Einflussfaktoren unterscheiden: Zeit, Ort, Geld, instrumentelle Unterstützung, emotionale Unterstützung und Verankerung.
Beim Faktor Zeit sei vor allem die Abstimmung im Team ein wichtiger Hebel, erwähnte Oberli. «Wenn zum Beispiel ein Teammitglied immer am Mittwochabend sein Kind aus der Kita abholen muss, kann das unkompliziert in die Einsatzplanung mit aufgenommen und im Team aufgefangen werden. Ein anderer Kollege oder eine Kollegin hat vielleicht an einem anderen Tag eine Verpflichtung, an dem er respektive sie die Arbeit früher verlassen muss.» Solche unkomplizierten Abmachungen in einem Team hätten eine grosse Wirkung, vor allem in Betrieben, in denen Teilzeitarbeit bereits etabliert sei.
Der Ort, an dem die Arbeit verrichtet wird, ist ein weiterer wichtiger Faktor. Bei Bürotätigkeiten ist es heutzutage auch in Schreinereien üblich, dass zumindest ein Teil der Arbeit im Homeoffice erbracht wird. «Aber natürlich ist dies bei handwerklichen Tätigkeiten kaum möglich», führte Oberli aus. Hier gehe es weniger um das Thema Homeoffice, sondern etwa um die Bereitstellung von Umzieh- und Duschmöglichkeiten, um so eine kurze Joggingrunde in der Mittagspause zu ermöglichen.
Sandra Ziehli ist Mitglied der Geschäftsleitung in der Schreinerei Ziehli in Lobsigen BE. «Es ist wichtig, dass das Thema Vereinbarkeit von den Vorgesetzten vorgelebt wird», sagte Ziehli. Sie hätten im Betrieb schon seit einiger Zeit Mitarbeitende, die Teilzeit arbeiteten. «Kürzlich haben wir eine Stelle ausgeschrieben, bei der wir das Pensum auf 60 bis 100 Prozent veranschlagt haben. Das vergrössert den Kreis der möglichen Bewerberinnen und Bewerber. Schliesslich haben wir jemanden zu 60 Prozent eingestellt.»
«Hebe-Schiebe-Tage» sind fixer Teil im Arbeitsalltag bei der Gawo Gasser AG in Wolhusen LU. Basil Gasser, der das Unternehmen mit seiner Schwester führt, hat die Tage vor gut drei Jahren eingeführt. «Sie werden ausschliesslich dafür genutzt, um Verbesserungen im Unternehmen umzusetzen», sagte Gasser. «Unsere Mitarbeitenden werden ständig ermuntert, Vorschläge einzubringen. Diese Ideen werden an den ‹Hebe-Schiebe-Tagen› umgesetzt. Es können auch kleine Anpassungen sein.» Obwohl für die laufenden Verbesserungen rund 7 Prozent der Arbeitszeit aufgewendet werde, sei dies für den Betrieb eine gute Investition, ist Gasser überzeugt.
Der Fokus liegt nun auf der Implementierung der Massnahmen. Die Fachstelle UND unterstützt die Betriebe weiterhin individuell. Anfang 2025 wird das Projekt abgeschlossen. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus werden in geeigneter Form für die ganze Branche aufbereitet.
www.vssm.chVeröffentlichung: 20. Juni 2024 / Ausgabe 25/2024
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