Priorität: Forstschutz und Käferholz


Der Borkenkäfer hält den Schweizer Holzmark auf Trab. Bild: Pixabay
Der Borkenkäfer hält den Schweizer Holzmark auf Trab. Bild: Pixabay
Holzmarktkomission. Waldbesitzer und Holzverarbeiter sind sich einig, dass die Bekämpfung der Waldschäden und die rasche Verarbeitung des anfallenden Käferholzes oberste Priorität haben.
An der Tagung der Holzmarktkommission im Juni 2019, empfahlen Waldbesitzer und Holzverarbeiter weiterhin auf Preisstabilität zu setzen, rechnen jedoch mit deutlich sinkenden Preisen bei den schlechteren Sortimenten. Beide Parteien waren sich zudem einig, dass die Bekämpfung der Waldschäden und die rasche Verarbeitung des anfallenden Käferholzes oberste Priorität haben muss.
Die Bauwirtschaft verzeichnete im ersten Quartal 2019 witterungsbedingt einen deutlichen Aufschwung. Nach einem schwachen vierten Quartal 2018 sieht die Auftragslage momentan gut bis sehr gut aus. Allerdings sind die langfristigen Tendenzen für die kommenden zwölf Monate zurückhaltender als auch schon. Der Holzbau hingegen zeigt immer noch gute Aussichten und auch die Sägereien haben derzeit noch eine gute bis befriedigende Auftragslage.
Die Waldholzlager mit letztjährigem Sturm- und Käferholz konnten inzwischen grossmehrheitlich abgebaut werden und die Borkenkäfer waren dank der kühl-feuchten Witterung bis jetzt weniger aktiv als erwartet. Es ist jedoch eine hohe Populationsdichte vorhanden, und der Käfer breitet sich aktuell sehr schnell aus. Es sind flächig Einzelbäume und zunehmend auch ganze Bestände betroffen, welche jeweils rasch geerntet werden müssen.
Aus Zeitgründen wird das Holz teilweise schon im Bestand entrindet und liegen gelassen. In höher gelegenen Gebieten liegen nach den vergangenen Winterstürmen noch diverse Streuwürfe im Wald, die nicht aufgerüstet sind. Unter den Zwangsnutzungen befinden sich ausserordentlich viele Weisstannen, die infolge von Trockenheit und Befall durch den krummzähnigen Weisstannenborkenkäfer abgestorben sind. Auch bei der Föhre und Lärche hat die Waldwirtschaft mit Ausfällen zu kämpfen. Erhöhte Schadholzmengen sind auch beim Laubholz zu beobachten.
Der europäische Nadelrundholzmarkt ist aufgrund des Sturm- und Käferholzes immer noch gesättigt, wobei es regionale Unterschiede gibt. Die Lager in den Sägereien sind nach wie vor gut gefüllt und die Aufnahmefähigkeit für neues Holz ist begrenzt. Die Schweizer Sägewerke sind angesichts der schwierigen Lage bereit, in den kommenden Wochen vor allem Käferholz anzunehmen und auf die Bestellung von frischem, unbefallenem Holz weitestgehend zu verzichten. Die Marktpartner rechnen mit deutlich sinkenden Preisen bei schlechten Qualitäten. Sägerei-Restholz kann ebenfalls gut abgesetzt werden, allerdings zu tieferen Preisen.
Wegen der Schliessung von Pavatex ist kurzfristig zu viel Restholz auf dem Markt und auch ein zweiwöchiger, technisch bedingter Produktionsstillstand bei Swiss Krono in Menznau hat zu einer reduzierten Holzannahme geführt. Das Unternehmen gibt bekannt, dass die bestehenden Verträge mit den Lieferanten von Wald-Industrieholz deshalb voraussichtlich nur zu 90% eingehalten werden können. Die Nachfrage nach Holzwerkstoffplatten ist hingegen sehr gut. Swiss Krono Schweiz beabsichtigt, den Frischholzanteil auf 100% zu erhöhen (zulasten von Recyclingholz) und dabei vor allem auf Schweizer Holz zu setzen. Dazu sollen entsprechende Verträge mit den Lieferanten abgeschlossen werden.
Beide Parteien sind sich einig, dass es angesichts der regional unterschiedlichen Ausgangslage und der unsicheren Käferholzentwicklung keinen Sinn macht, neue Preisempfehlungen für einzelne Sortimente abzugeben. Für frisches Holz und für gute Käferholzqualitäten wird weiterhin Preisstabilität empfohlen.
Zurzeit sind mehrere politische Vorstösse zum Thema Pestizideinsatz in der Land- und Forstwirtschaft hängig. Der Einsatz von Holzschutzmitteln (Pestizide, Insektizide) ist im Wald grundsätzlich verboten, kann aber in begründeten Ausnahmefällen vom Bundesamt für Umwelt BAFU erlaubt werden. Die Wald- und Holzwirtschaft ist seit je her bemüht, geerntetes Holz so rasch wie möglich abzuführen und auf den Einsatz chemischer Hilfsmittel im Wald zu verzichten. Gerade nach grossen Sturmereignissen und anschliessendem Käferbefall kann sich die Holzabfuhr jedoch verzögern, und das Holz muss im Wald gelagert werden. Der gezielte Einsatz entsprechender Produkte ist nur auf Holzlagerplätzen erlaubt, streng reglementiert und wird durch das BAFU und die kantonalen Forstdienste überwacht.
njg
Veröffentlichung: 08. Juli 2019
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