Perfektes Licht für das Wohlbefinden


6500 Kelvin, 5500, 4200, 3000 oder 2700 Kelvin sind Lichtfarben, die von der Pflege über das Büro-Make-up bis zum Abend-Make-up die richtigen Grundlagen schaffen. Bilder: My Beauty Light GmbH
6500 Kelvin, 5500, 4200, 3000 oder 2700 Kelvin sind Lichtfarben, die von der Pflege über das Büro-Make-up bis zum Abend-Make-up die richtigen Grundlagen schaffen. Bilder: My Beauty Light GmbH
Beleuchtung. Kaum ein Raum in der Wohnwelt ist so anspruchsvoll wie das Badezimmer, wenn es um das richtige Licht geht. Dieses variiert nach der Tageszeit und nachdem, was in dem Raum getan wird – denn im Bad beginnt und endet der Tag.
Wer in einer Werkstatt arbeitet, möchte am liebsten Tageslicht in blendfreier Qualität haben. Es soll den ganzen Raum gleichmässig und ohne starke Schatten ausleuchten, damit entspannt und sicher gearbeitet werden kann. Das gilt bei der Oberflächenbearbeitung in verstärktem Masse, denn neue Farbtöne müssen an bestehende Umgebungen perfekt angepasst werden. Ergänzende Teile für ein Büro oder eine schummrige Bar zu fertigen, ist aber nicht dasselbe. Mit diesen Gedanken sollte auch vorgegangen werden, wenn ein so vielseitiger Raum wie ein Badezimmer geplant wird.
Das Badezimmer dient der Körperreinigung und -pflege, aber auch der Entspannung und der Schaffung eines dem Anlass entsprechenden Aussehens. Grundsätzlich sollte es dazu drei Lichtstimmungen bieten können: Das Grundlicht leuchtet den gesamten Raum in einer angenehmen Helligkeit aus und dient der Orientierung und der allgemeinen Nutzung. In vielen Fällen übernimmt nur gerade eine Deckenleuchte diese Aufgabe und verbreitet den gleichen Charme wie in einer Waschküche. Vielleicht schon beim Duschen, aber ganz sicher in der Badewanne wünscht man sich aber auf jeden Fall ein Akzentlicht , welches eine stimmige Atmosphäre erzeugt und zur Entspannung beiträgt – so etwas ist leider nicht sehr oft anzutreffen, obwohl bestimmt nicht jeder Dutzende von Kerzen anzünden möchte, um ein entspanntes Ambiente zu schaffen.
Wer sich rasieren möchte, braucht ein Funktionslicht , um sich im Spiegel sehen zu können. In vielen Fällen hat es dazu über dem Spiegel eine horizontale Lampe mit einer weisslichen Kunststoffabdeckung.
Egal wie schön ein Badezimmer ausgestattet wurde, der Nutzer wird erst begeistert sein, wenn auch das Licht zu jeder Zeit und in jeder Situation stimmt. Die sonst so tolle Arbeit verliert an Wert, wenn wichtige Funktionen, die eigentlich der Elektriker ausführen sollte, nicht gegeben sind. Daher muss die gesamte Beleuchtung auch von allem Anfang an ein zentraler Bestandteil der Planung sein. Auch wer einen guten Draht zu einem Elektriker hat, sollte sich nicht scheuen, die Grundlagen selber mit zu planen. Auf diese Weise sind die baulichen Vorgaben sicher erfüllt und der Raum wird auch in seiner Wirkungsweise mit dem Kunden besprechbar.
Auch für die Lampenhersteller ist es viel interessanter, wenn das Licht von Anfang an in der baulichen Konstruktion mit eingeplant wird, und entsprechend werden Planer auch unterstützt. Zu beachten sind in so einem Nassraum die verschiedenen Zonen, wo unterschiedliche IP-Schutzarten gelten.
Die Grafik der Firma Häfele Schweiz AG aus Kreuzlingen TG auf der rechten Seite veranschaulicht die Zonen und die Schutzarten, die es unbedingt einzuhalten gilt. Es geht dort um drei IP-Kennziffern: X7 betrifft den Schutz gegen Eintauchen. Das Gerät muss also für den Dauerbetrieb unter Wasser geeignet sein. Bei X5 darf Strahlwasser aus einer Düse aus einer beliebigen Richtung keine Schädigung verursachen. X4 steht für das Gleiche, aber nur mit Spritzwasser.
Nicht jeder wird jetzt aber in den umfangreichen Lampenkatalogen einfach die richtigen Komponenten finden. Am einfachsten ist es da wie mit allen Spezialaufgaben: Man macht ein Grundkonzept, in dem alle Lichtstimmungen weitgehendst definiert sind, und lässt den Experten entsprechende Produktvorschläge machen. Damit können dann die Konstruktionen optimiert und dem Kunden vorgeschlagen werden.
In einer Offerte muss dann klar und deutlich geschrieben werden, was verbaut wird und nach welcher Norm. Eine eindeutige Kommunikation sorgt für Klarheit und Sicherheit.
Die Ausleuchtung eines Raumes ist erst gewährleistet, wenn alle nutzbaren Bereiche brauchbares Licht haben. Beispielsweise kann ein Duschvorhang so viel Licht absorbieren, dass man sich dahinter im Halbdunkeln waschen muss – es braucht also dort eine separate Lampe.
Die Basis sollte idealerweise das Tageslicht ersetzen, eine gute Übersicht ermöglichen und morgens angenehm stimulieren. Dabei ist auch dem Spiel mit den Farben und Materialien im Raum grosse Aufmerksamkeit zu schenken. Erreichen lässt sich das vor allem durch hoch angebrachte, flächig und gleichmässig strahlende Lampen. Wer sich da an die Werkstattsituation erinnert, muss nur berücksichtigen, dass man morgens im Badezimmer mit einem warmweissen Licht im Bereich von 3400 bis 4500 Kelvin besser aussieht als mit Kaltlicht von 4600 bis 6500 Kelvin.
Durch Dimmen kann den wechselnden Bedürfnissen über den Tag entsprochen werden, nur gilt zu berücksichtigen, dass eine gedimmte LED immer noch die gleiche Farbtemperatur behält und nicht wärmer wird wie Glühbirnen. Immer mehr Hersteller bieten LED mit Kalt- und Warmlicht, die auch gemischt werden können. Mit einer Programmierung lassen sich dann beim Dimmen Farbtemperaturen anpassen.
Gerade das Beleuchten von Nischen und speziellen Oberflächen kann wie indirekt wirkende Lichtbänder und Lichtsäulen eine Atmosphäre schaffen, die es ermöglicht, beim Vollbad die Seele baumeln zu lassen. Für eine solche Entspannung braucht es warmes, gedämpftes Licht im Bereich von 2700 bis 3300 Kelvin. Da sind Schatten erlaubt und sogar willkommen. Akzente werden von jedem Menschen individuell anders wahrgenommen und wirken auch nicht in jeder Stimmung gleich. Dimmbares Licht kann da in der Kombination mit dem Grundlicht fantastische Stimmungen ermöglichen. Programmierbare Lichtstimmungen machen den eigenen Spa perfekt.
Jede wahrgenommene Farbe ist eine Reflexion von Licht. Das heisst: Nur die Farben, die im Licht enthalten sind, können sichtbar gemacht werden.
Unterschiedliche Lichtquellen können somit auf der gleichen Fläche zur Wahrnehmung von unter Umständen sehr unterschiedlichen Farben führen. Im schlechtesten Fall ist die Wirkung so, dass sich die Nuancen nicht miteinander vertragen. Das ergibt eine gestörte Atmosphäre und macht den Aufenthalt in einer solchen Umgebung unangenehm.
Der Farbwiedergabeindex wird mit CRI (Colour Rendering Index) gemessen. Je näher dieser Wert beim Höchstwert 100 liegt, desto realitätsnaher ist der Farbeindruck. Erst LEDs mit einem CRI-Wert von mehr als 90 bieten diesbezüglich Sicherheit.
Die dritte Lichtart hat definitiv etwas mit Arbeitslicht zu tun. Wer im Badezimmer in den Spiegel schaut, möchte etwas tun, wofür er sein Gesicht gut und schattenfrei ausgeleuchtet sehen muss. Hoch angebrachte horizontale Leuchten verursachen Schlagschatten im Gesicht, wodurch eine saubere Rasur kaum möglich ist. Vertikal verlaufende Leuchten über die ganze Spiegelhöhe müssen aus dem gleichen Grund beidseitig sein. Auch sollten sie wegen dem Lichteinfall nicht zu weit auseinanderliegen. Zu empfehlen ist bei einem Gesichtsabstand von 500 mm zum Spiegel ein Abstand von 700 bis 800 mm.
Je nach Tätigkeit ist besonders die Lichtfarbe sehr wichtig. Kaltes Licht eignet sich hervorragend zum Rasieren oder für die Gesichtspflege, da jedes Detail hervorgehoben wird. Kühl-warme Leuchten entsprechen den Lichtsituationen im Büro und eignen sich für ein perfektes Make-up. Für den Ausgang am Abend sollte man sich dann aber bei warmem Licht schminken.
Die Häfele Schweiz AG bietet neu den «Mehrdimensionalen Spiegel», der über ein rundum laufendes Frontlichtband verfügt, welches die Wahl von warmem oder kaltem Licht erlaubt.
Die deutsche Firma Günther Zierath GmbH hat mit ihrer «YourStyle»-Linie regelrechte Schminkspiegel mit senkrechten Leuchten im richtigen Abstand und mit drei wählbaren Lichtfarben im Angebot.
Sehr interessant sind auch die flexibel einsetzbaren Speziallampen der deutschen Firma My Beauty Light GmbH. Die Leuchtstäbe der Linie «Glamour Edition» und der Leuchtrahmen «Frame» lassen sich mittels Sensorschalter auf fünf Lichtfarben einstellen. Da die Elemente auf den Spiegel aufgesetzt werden, kann immer die optimale Ausleuchtung erreicht werden, was auch zur Lichtplanung helfen kann.
Veröffentlichung: 06. April 2017 / Ausgabe 14/2017
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