Holzmarkt mit stabilen Preisen


Bild: WaldSchweiz, Jaquemet
Bild: WaldSchweiz, Jaquemet
Holzwirtschaft. Letztes Jahr wurde in der Schweiz 11 Prozent mehr Holz geerntet, das geht aus den vom Bundesamte für Statistik publizierten Zahlen hervor. Davon profitierten auch die Schweizer Sägewerke.
2018 wurden in der Schweiz 5,2 Millionen Kubikmeter Holz geerntet. Eine Zahl, unter der man sich kaum etwas vorstellen kann. Zum Vergleich: Das Hallenstadion in Zürich, welches bis zu 15'000 Personen Platz bietet, ist 148 m lang, 168 m breit und 24 m hoch. Es fasst ein Volumen von knapp 597‘000 Kubikmetern. Vergangenes Jahr hätte man also das Stadion 8,5 Mal randvoll mit dem in der Schweizer geernteten Holz füllen können.
Laut der Forststatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS) wurde letztes Jahr 11 Prozent mehr Holz geerntet als 2017. Beim Stammholz beträgt die Steigerung sogar 14 Prozent. Der deutliche Anstieg ist laut BFS vor allem auf den starken Borkenkäferbefall, bedingt durch Sommertrockenheit und die Folgeschäden der Winterstürme von Anfang 2018, zurückzuführen.
Das führte dazu, dass auch in den Sägewerken mehr Rundholz geschnitten wurde. Der Einschnitt erhöhte sich gegenüber 2017 um ganze 4,5 Prozent. Allein beim Nadel‐Stammholz wurde ein Mehr‐Einschnitt von 4,7 Prozent festgestellt. In der Bilanz lässt sich festhalten, dass die Sägewerke immerhin rund 50 Prozent des sturmbedingten Mehranfalls von Stammholz übernommen haben. Die Waldwirtschaft exportierte 37 Prozent mehr Stammholz als 2017. Da auch im Ausland die Verwertungskanäle überlastet waren, verblieb ein gewisser Prozentsatz des aufgerüsteten Rundholzes im Wald.
Gemäss Aussenhandelsstatistik sind im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr die Rundholzpreise vom Hauptsortiment Fichte/Tanne trotz der grossen Mehrmengen und der tieferen Qualitäten um nur zwei Franken pro Festmeter gesunken, was einem Minus von 2,2 Prozent entspricht. Laut dem Produzentenpreisindex «Rohholz» des BFS sind die Nadelrundholzpreise praktisch konstant geblieben und verzeichnen nur ein Minus von 0.6 Prozent. Die zusätzlich geernteten Mengen haben somit beim gehandelten Nadelstammholz zu keinem Preiszerfall geführt.
Für die Holzindustrie ist die ausgewiesene Produktionssteigerung im letzten Jahr durchaus erfreulich. Dass dabei das Preisniveau beim Rundholz trotz Überangebot ziemlich stabil blieb, dürfte die Waldwirtschaft positiv stimmen. Die Mehrproduktion war nur deshalb möglich, weil 2018 die Absatzmärkte für Bauprodukte in ganz Europa sehr aufnahmefähig waren. Problematisch für die Waldbesitzer sind aber natürlich die grossen Holzmengen, die infolge von Qualitätsproblemen abklassiert werden mussten oder keinen Käufer gefunden haben.
Die Zahlen des ersten Halbjahres 2019 deuten je nach Sortiment auf stabile oder moderat sinkende Preise hin, sowohl beim Rund‐ wie auch beim Schnittholz. Der Import von Schnittholz dürfte aufgrund der Überkapazitäten im nahen Ausland und wegen der aktuellen Frankenstärke ansteigen. Auf der anderen Seite zeigt sich die heimische Baukonjunktur erfreulich robust.
Hier ist die gesamte Holzverarbeitungserhebung 2018 einzusehen.
ids
Veröffentlichung: 16. August 2019
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