Fahrzeug mit Nutzen


Oft werden Nutzfahrzeuge mit Werks-brücke ausgeliefert: Nicht immer die beste Lösung für den Schreiner. Bild: Volkswagen
Oft werden Nutzfahrzeuge mit Werks-brücke ausgeliefert: Nicht immer die beste Lösung für den Schreiner. Bild: Volkswagen
Transporter. Ein Nutzfahrzeug ist so gut wie seine individuelle Ausstattung. Je besser es den Bedürfnissen eines Unternehmens angepasst wird, desto höher ist auch sein Nutzen. Ob eine einfache Werkbrücke ausreicht oder eine Sonderanfertigung Sinn macht, will gut überlegt sein.
Im Jahr 2016 wurden in der Schweiz gemäss Angaben der Vereinigung auto-schweiz insgesamt 29 837 Nutzfahrzeuge (Sachentransport) bis 3,5 t eingelöst; 996 weniger als im Jahr zuvor, aber immer noch beachtlich, entspricht das doch knapp einem Zehntel aller neu zugelassenen Fahrzeuge.
Die Vorteile dieser Fahrzeugklasse liegen auf der Hand: Leichte Nutzfahrzeuge dürfen entgegen den schweren Lastwagen auch nachts und sonntags auf unseren Strassen verkehren, können mit dem Personenwagen-Führerschein bewegt werden und sind nicht der kostspieligen LSVA (Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe) untergeordnet. Eine Autobahnvignette für 40 Franken – im Anhänger- oder Aufliegerbetrieb deren zwei – reicht also vollkommen aus.
Der Grossteil dieser leichten Nutzfahrzeuge sind Standardbestellungen ab Werk. Das heisst, sie wurden als Kastenwagen, Pritschenwagen oder Kipper mit Werksbrücke, Einzel- oder Doppelkabine oder was auch immer geordert. Alle anderen Fahrzeuge, egal welche Marke, kommen halbfertig oder als «Chassis-Kabine» zum Händler und werden von dort aus gleich an einen Carrossier oder Innenausbauer weitergereicht. In der Regel und vor allem bei Neuanschaffungen organisiert der in solchen Dingen ebenfalls sehr kompetente Händler den Ausbau und der Kunde hat nur einen Ansprechpartner für Unterhalts- und Reparaturarbeiten oder, falls notwendig, auch für Garantiefälle. Jedes Nutzfahrzeug kann mit einem passenden Auf- oder Anbau, Innenausbau oder einem Auflieger individualisiert werden; nur das zulässige Gesamtgewicht setzt Grenzen. Und damit ist auch gleich gesagt, dass ein zusätzlicher Aufbau immer zulasten der Nutzlast gerechnet werden muss. Wiegt eine fahrbare Lieferwagenversion «Chassis-Kabine» (fahrbar heisst mit Chauffeur plus vollgetankt) mit langem Radstand 2150 kg und der Aufbau 700 kg, beträgt die Nutzlast auf 5 m Länge noch 650 kg. Diese Zahlen zeigen schnell, dass für die Individualisierung eines Fahrzeuges statt eigener Basteleien professioneller Rat – und im obigen Beispiel schlussendlich eine nur 350 kg schwere Alubrücke – gefragt ist. Ein Nutzfahrzeug soll schliesslich auch dauerhaft als ein solches eingesetzt werden können.
Dem Schreinereibetrieb sollte bei der Auswahl eines passenden Aufbaus mehr oder weniger klar sein, was genau mit dem Fahrzeug wohin transportiert werden soll. Geht es um einen Werkstattwagen für die Fahrt zur Baustelle, reicht ein mit Schubladen, Fächern usw. ausgerüsteter Renault Kangoo, Fiat Doblò oder ein Dacia Dokker unter Umständen vollkommen. Sind vorgefertigte Küchen- und Schrankelemente oder andere Möbel zu Baustellen zu bringen, ist wohl ein schützender Kastenaufbau mit guten Sicherungsmöglichkeiten inwendig gefragt. Im Idealfall verfügt das Fahrzeug auch über eine tragkräftige Hebebühne am Heck. Reicht eine möglichst lange Brücke für die Beförderung von Balken oder Brettern, darf es eine einfache Brücke sein. Haben die Güter manchmal Überlängen, drängen sich Trägergestelle im Heck und vor dem Kabinendach auf. Vielleicht steht sogar ein Kran-Sattelauflieger zur Diskussion. Vor allem bei Brückenaufbauten empfiehlt sich Hinterradantrieb, beim Zugfahrzeug eines Aufliegers sowieso. Gehören auch unwegsame Gebiete oder Baustellen zum Einzugsgebiet einer Schreinerei, könnte sogar, neben einer guten Motorisierung, ein Allradantrieb sinnvoll sein. Ob auf die Brücke ein Planenverdeck muss, bestimmt das Ladegut. Klassische Planenverdecke, egal ob als Abdeckung für den Pick-up-Laderaum oder über einen gesteckten oder fest verschraubten Spriegel, bieten gegenüber einem Kastenaufbau einige Vorteile. Das Fahrzeug ist flexibler an Verladerampen, weil die geladenen Güter von allen Seiten her zugänglich sind, denn alle Seiten lassen sich mit wenigen Handgriffen öffnen.
Darüber hinaus ist der gesamte Aufbau leichter und er kann bei Bedarf erst noch demontiert werden. Die Blache lässt sich dann zusammenrollen und platzsparend auch über längere Zeit einlagern. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass die einzelnen Blachen eben gerollt und nicht kreuzweise zusammengelegt werden. Sonst können am Gewebe und an der Beschriftung, sofern es denn eine gibt, Schäden entstehen und die Dichtheit sowie das Erscheinungsbild darunter leiden. Oft sieht man heute an Nutzfahrzeugen auch ein Zwischending aus einem festen Aufbau und Blachenwänden. Dieser Schiebeplanenaufbau (siehe Bild unten ) erleichtert das seitliche Öffnen des Aufbaus immens, denn das hakelige Schnur-aus-den-Ösen-Ziehen fällt gänzlich weg. Für die Sicherung der Ladung macht das allerdings keinen grossen Unterschied, sie lässt sich in der Regel am Boden, an der Rückwand und an den querliegenden Latten fixieren.
Innenausbauten werden sinnvollerweise in geschlossenen Kastenwagen gemacht. Dabei bieten einige Hersteller bereits massgeschneiderte Lösungen für Handwerksbetriebe an, meist in Zusammenarbeit mit Anbietern wie Sortimo, Würth, Bott oder StoreVan, um nur vier davon zu nennen.
Diese verbauen Seitenwände mit Zurrschienen, Regalsysteme, rutschfeste Bodenbeläge, Trennwände mit und ohne Durchlademöglichkeit, Werkbänke, Schubladen, Spannstangen, herausnehmbare Werkzeugkoffersysteme oder eine Treppe im Heck. Dazu kommt eine anständige Beleuchtung im gesamten Innenraum. Das Wichtigste dabei ist der Einsatz leichter, aber doch sehr robuster Materialien wie eloxiertes Aluminium, schlagfeste Kunststoffe und pulverbeschichteter Stahl. Sie halten dem tagtäglichen, oft groben Einsatz auch über Jahre hinweg stand.
Selbstverständlich lassen sich Einrichtungen bis zum Gehtnichtmehr detaillieren und anpassen. Inwieweit das sinnvoll ist oder nicht, weiss nur der Handwerker selber oder vielleicht auch noch dessen Buchhalter.
Gute Ausbauanbieter haben sich auf einzelne Fahrzeugtypen und sogar mit Anregungen und Ideen von Kunden auf deren Branchen spezialisiert. Was also beispielsweise in einen Ford Transit hineinkommt, passt auch zu 100 Prozent in dieses Fahrzeug, und genau dasselbe gilt für viele andere Marken und Modelle. Warum also nicht einfach auf den Hoflieferanten für Fahrzeuge im Dorf zugehen und fragen, was er an Lösungen für einen bereithält.
www.volkswagen-nutzfahrzeuge.chwww.bott-schweiz.chwww.mercedes-benz.chwww.carrosserie-wenger.chFirmenfahrzeuge sind rollende Visitenkarten. Sind sie steinalt, ständig schmutzig und verbeult oder im wahrsten Sinn des Wortes irrsinnig beschriftet, tut sich ein Unternehmen mit Sicherheit keinen Gefallen.
Ein Fahrzeug, das täglich auf der Strasse verkehrt, ist also ein Spiegelbild des Unternehmens. Dabei spielen weder Marke noch Grösse eine Rolle. Fakt ist, dass nur die Gesamterscheinung zählt, und die wird von Passanten oder anderen Verkehrsteilnehmern im ersten Augenblick bewusst oder unbewusst wahrgenommen.
Ein Sechszeiler auf der Fahrertür mit Telefon-, Fax- und Mobiltelefonnummer bringt höchstens denjenigen Zeitgenossen etwas, die ausnahmslos mit Schreibutensilien bewaffnet auf die Strasse gehen. Ein Bild, ein Schlagwort und die Hausfarben des Unternehmens sagen tausendmal mehr aus und kommunizieren viel schneller. Ist die Hausfarbe rot, bleibt ein grünes Auto tabu – es passt nicht. Selbst bei einer günstig erworbenen, guten Occasion lohnt sich eine Neulackierung alleweil, wenn das Fahrzeug noch drei, vier Jahre im Einsatz bleiben soll. Drei viertelseitige Schwarz-Weiss-Inserate in der Lokalzeitung – jedes davon wird vielleicht einmal kurz beachtet – kosten nämlich etwa gleich viel wie das Lackieren oder Bekleben des Lieferwagens, der dann drei Jahre lang täglich in der Region unterwegs ist.
Bei der Gestaltung sind bis auf die eigentliche Fahrzeuggrösse praktisch keine Grenzen gesetzt. Ob es lediglich um ein grosses Logo oder um eine umfangreichere Beschriftung wie etwa das gesamte Einkleiden eines Fahrzeuges geht, ist nicht so wichtig – Hauptsache, der Mut zu einer aussergewöhnlichen Präsenz ist vorhanden.
Veröffentlichung: 23. März 2017 / Ausgabe 12/2017
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