Auf dem Podest stehen die drei Gleichen


Loïc Santschi konzentriert an der Arbeit. Bild: Thi My Lien Nguyen
Loïc Santschi konzentriert an der Arbeit. Bild: Thi My Lien Nguyen
Schreinermeisterschaften. In Zollbrück hat am 9. Juli 2022 der zweite Wettkampf der Schreinernationalmannschaft stattgefunden. Loïc Santschi hat sich auch diesmal den Sieg geholt.
Es bildet sich langsam ein Favoritentrio. Am Samstag, 9. Juli 2022, hat bei der Schreinerei Rothenbühler AG in Zollbrück BE der zweite eintägige Wettkampf der Schreinernationalmannschaft 2022 stattgefunden. Auf dem Podest standen die drei gleichen Schreiner wie beim ersten Anlass. Gewonnen hat erneut Loïc Santschi aus La Chaux-de-Fonds NE (Lehrbetrieb Menuiserie Kaufmann SA, La Cibourg NE) mit 64,49 Punkten. Zweiter wurde Elia Wettstein mit 60,56 Punkten (Gerlikon TG/Schreinerei Fehlmann Müllheim TG), Dritter Elmar Wyrsch (58,42 Punkte/Attinghausen UR/Mengelt & Gisler AG, Flüelen UR). Wettstein und Wyrsch haben diesmal die Ränge getauscht.
Die eine Frau und acht Männer mussten diesmal eine Möbelschreiner-Aufgabe bewältigen: Einen Tisch mit Furnierbild. Dafür hatten sie wiederum 6,5 Stunden Zeit. Das Objekt hatte Roger Huwyler, der Massivholz-Chefexperte des VSSM entworfen. «Es war wieder ein toller und gut organisierter Event mit einer anspruchsvollen Aufgabe», resümiert Sandro Mächler, der für die Schreinermeisterschaften verantwortliche Projektleiter beim Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM). «Beim ungewohnten Furnierbild haben sicher alle Kandidaten viel Zeit verloren. Diese haben sie jedoch im Laufe des Tages mit viel Engagement wieder aufgeholt, so dass am Schluss viele gute Objekte da standen.»
«Der Tisch war technisch gesehen nicht besonders anspruchsvoll», sagt Loïc Santschi. «Die Komplexität der Aufgabe bestand in der Menge und der Vielfalt der Arbeiten, die in einem begrenzten Zeitraum zu erledigen waren. Zum Beispiel die Einlegearbeiten, die Schwalbenschwanz- oder auch die Zapfenverbindungen mit falschen Paaren.» In der Halbzeit sei ihm bewusst geworden, dass es schwierig werden würde, das Objekt in der vorgegebenen Zeit fertigzustellen. Deswegen hatte er sich dazu entschieden, die Arbeit zu beschleunigen. «Das hatte leider Einfluss auf die Qualität. Die Strategie ist aber aufgegangen, da ich alle Fabrikationsschritte beenden konnte.» Nach dem Schlusspfiff sei er mit seiner Arbeit zufrieden gewesen, aber auch mit der Leistung des ganzen Teams. Santschi sagt weiter, dass man nie sicher sein könne, was das Resultat betreffe. Denn es würden viele Kriterien für die Punktevergabe angeschaut und die Abstände zwischen den Kandidaten seien oft gering. Er sei aber zuversichtlich gewesen, aufs Podes zu kommen. «Ich bin glücklich, der Nationalmannschaft anzugehören. In der Gruppe herrschen eine gute Stimmung und Arbeitsdynamik.» Für ihn sowie die beiden anderen Westschweizer, Tim Schwab und Julien Caillat, sei es manchmal schwierig, sich mit den deutschschweizer Kandidaten und Experten auszutauschen. Sie würden aber ihr Möglichstes versuchen, um sich zu integrieren und alle Informationen zu verstehen.
Florian Muri aus Marbach LU hat den 4. Platz belegt. «Der Wettkampf war wieder eine tolle Erfahrung. Ich war relativ schnell im Rhythmus und konnte mich viel besser konzentrieren», erzählt er. Er sei mit seiner Leistung zufrieden, auch wenn der 4. Rang etwas bitter sei. Vor allem schon zum zweiten Mal. «Ich hoffe, dass ich mich noch weiter verbessern und auch mal ganz vorne mitmischen kann. Jedoch hat jede und jeder das Ziel.» Er lasse sich daher überraschen, wie es beim nächsten Wettkampf herauskommt, meint der Luzerner.
Laura Leimgruber aus Fahrwangen AG hadert etwas mit ihrer Leistung und dem 7. Rang. «Es ist mit leider nicht so gut gelaufen. Die Aufgabe wär lösbar, aber zeitlich gesehen war es wieder sehr stressig. Beim Furnierbild habe ich am Anfang viel Zeit verloren und ich konnte unter dem Zeitdruck nicht das abliefern, was ich wollte», bilanziert die Aargauerin. Dafür sei sie mit dem Powerschreinern, einer kurzen Disziplin nach dem Mittag, bei der es um Schnelligkeit und Genauigkeit geht, sehr zufrieden. «Auf die Swiss Skills hin möchte ich schon noch mehr Gas geben, damit ich am Schluss des Wettkampfs meine Arbeit zufrieden zum Bewerten geben kann», sagt Leimgruber.
Vor den Swiss Skills gibt es für die Schreinernati drei eintägige Wettkämpfe, die zusammen 20 Prozent der Schlussrangliste ausmachen. Die Schreinerin und die Schreiner haben nun etwas Pause, bevor sie Anfang August wieder zusammen trainieren. Am Samstag, 20. August 2022, steht in Bex VD (Huwyler - Ebénisterie d'Art SA) der dritte Wettkampf auf dem Programm. Danach steht auch schon der grosse Höhepunkt an: Die Schweizermeisterschaften im Rahmen der Swiss Skills in Bern vom 7. bis 11. September 2022.
1. Loïc Santschi, La Chaux-de Fonds NE (Lehrbetrieb Menuiserie Kaufmann SA, La Cibourg NE) 64,49 Punkte (52,33 Event/12,16 Powerschreinern).
2. Elia Wettstein, Gerlikon TG (Schreinerei Fehlmann AG, Müllheim TG) 60,56 (48,22/12,34).
3. Elmar Wyrsch, Attinghausen UR (Mengelt & Gisler AG, Flüelen UR) 58,42 (41,92/16.50).
4. Florian Muri, Marbach LU (Stadelmann Schreinerei GmbH, Escholzmatt LU) 55,25 (40,75/14.50).
5. Tim Schwab, Les Ponts-de-Martel NE (Menuiserie Lehmann, Les Ponts-de Martel) 49,36 (42,53/6,84).
6. Simon Vogel, Alberswil LU (Kaufmann Schreinerei AG, Altishofen LU) 42,42 (28,25/14.17).
7. Laura Leimgruber, Fahrwangen AG (Ruepp Schreinerei, Sarmenstorf AG) 40,33 (25,99/14,34).
8. Julien Caillat, Onex GE (Ebenisterie Rajic, Perly GE) 36,56 (30,22/6,34).
9. Matteo Bussinger, Frauenfeld TG (Schreinerei Fehlmann AG, Müllheim TG) 23,64 (11,64/12,00).
Nicole D'Orazio
Dossier mit allen Artikeln.
www.schreinermeisterschaften.ch
Veröffentlichung: 11. Juli 2022
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