Alno stellt Antrag auf Insolvenz


Die Alno Gruppe mit Hauptsitz im deutschen Pfullendorf steht unter Druck. Bild: Alno
Die Alno Gruppe mit Hauptsitz im deutschen Pfullendorf steht unter Druck. Bild: Alno
Küchen. Mit Anträgen auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung, die beim Amtsgericht im deutschen Hechingen gestellt werden, will der Vorstand der Alno AG die zum Jahresbeginn eingeleitete Sanierung fortsetzen.
Wie die Alno AG mitteilt, konnte zuletzt in den mit potenziellen Investoren und Gläubigern geführten Verhandlungen keine Einigung erzielt werden. Mit den Anträgen auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung verfolgt der Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat das Ziel, die 2012 mit dem sogenannten ESUG („Erleichterung der Sanierung von Unternehmen“) eingeführten Vorteile zu nutzen und das Unternehmen nach Abschluss der Sanierungsmassnahmen fortzuführen. Die bisherige Marktposition als einer der grössten inländischen Küchenhersteller soll gesichert werden.
Sollte das Amtsgericht ein vorläufiges Verfahren in Eigenverwaltung eröffnen, bleibt der Vorstand unverändert in der Geschäftsführung und ist voll handlungsfähig. Der Geschäftsbetrieb läuft insgesamt unverändert weiter, die 1900 Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld abgesichert, heisst es in der Medienmitteilung. Anträge auf Sanierung in Eigenverwaltung werden ebenfalls für die Tochtergesellschaften Wellmann GmbH & Co KG sowie die Logistik & Service GmbH gestellt. Alle übrigen in- und ausländischen Tochtergesellschaften einschliesslich der Pino Küchen GmbH sind von dem Antrag nicht betroffen.
Der Konzern hat 2014 die bekannte Schweizer Küchenherstellerin Piatti übernommen (die SZ berichtete) und ist schon seit längerer Zeit in Schieflage. Die seit Anfang 2017 umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen im Alno Konzern zeigen nach den ersten fünf Monaten zwar Wirkung: Unter anderem konnte der operative Fehlbetrag (EBITDA vor Restrukturierung) nach vorläufigen Zahlen per Mai 2017 im Inland um 8,7 Mio. Euro auf -1,3 Mio. Euro reduziert werden (Jan-Mai 2016: -10,0 Mio. Euro). Trotz dieser operativen Erfolge sieht sich der Vorstand aufgrund der hohen Finanzverbindlichkeiten und der damit verbundenen Zinsbelastung gehalten, den Antrag auf Eigenverwaltung zu stellen.
Der Alno Konzern ist mit über 6000 Vertriebspartnern in mehr als 64 Ländern der Welt aktiv. Im Geschäftsjahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 522 Millionen Euro.
Veröffentlichung: 13. Juli 2017
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