Frisch dank Holz und Krabbe


Die Folie wird aus Holzfasern und Chitin aus Krabbenpanzern aufgebaut. Sie hat bessere Eigenschaften als Plastikfolien. Bild: Allison Carter
Die Folie wird aus Holzfasern und Chitin aus Krabbenpanzern aufgebaut. Sie hat bessere Eigenschaften als Plastikfolien. Bild: Allison Carter
Forschung. Weltweit sorgt Plastikmüll für Probleme. Darum sind neue, biologisch abbaubare Materialien gefragt. Nun soll eine Folie Abhilfe schaffen, die aus Holzfasern und Krabbenschalen hergestellt wird.
Amerikanische Forscher präsentierten kürz- lich im Wissenschaftsmagazin «ACS Sustainable Chemistry and Engineering» eine neue Frischhaltefolie. Diese besteht aus Holzfasern und Krabbenschalen und lässt sich wie Plastikfolie verwenden. Der grosse Unterschied: Die neuartige Folie besteht hundertprozentig aus natürlichen Materialien und ist kompostierbar.
Die Folie entsteht, indem sie Schicht für Schicht mit der Sprühdose aufgebaut wird. Eine Schicht aus Zellulose von Holzfasern, gefolgt von einer Schicht aus Chitin, das aus Krabbenpanzern gewonnen wird. Je mehr Schichten aufgetragen werden, desto dicker und stabiler wird die Folie. «Es wäre somit auch möglich, auf diese Weise Ketchup-Flaschen oder Einweggeschirr herzustellen», sagt J. Carson Meredith vom Georgia Institute of Technology, der an der Entwicklung der neuen Folie beteiligt ist.
Die Folie hat gemäss den Forschern sogar bessere Eigenschaften als ihr umweltschädliches Pendant aus Kunststoff. Die Zellulose-Chitin-Kombination lässt 67 Prozent weniger Sauerstoff durch als Folien aus Polyethylenterephthalat, besser bekannt unter der Kurzbezeichnung PET. Verpackt man also Lebensmittel mit dem natürlichen Verbundstoff, bleiben sie länger frisch.
Zellulose wird schon seit Längerem als Biopolymer in der alternativen Plastikherstellung verwendet. Für die industrielle Herstellung von Chitin braucht es noch einiges an Entwicklungsarbeit. Aus diesem Grund wird es noch etwas dauern, bis die Folie seriell produziert werden kann. Die Forscher sind aber zuversichtlich: «Mit der Menge an Zellulose, die jetzt bereits produziert wird, und der grossen Menge an chitinhaltigen Abfallprodukten, die in der Fischerei anfallen, gibt es mehr als genug Material, um die Folien herzustellen», sagt Meredith.
Veröffentlichung: 23. August 2018 / Ausgabe 34/2018
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