Hände weg von Fixpreisen und -terminen

Die schwankenden Preise machen die Kalkulation fast unmöglich.

Die weltweit grosse Bautätigkeit hat dazu geführt, dass die Nachfrage nach Werkstoffen wie Holz, Plattenmaterial, Beschlägen sowie auch Geräten und Zubehörteilen nicht oder nur unter vagen Terminzusagen und überhöhten Preisen verfügbar sind. Dasselbe gilt für Stoffe wie Lösungsmittel, Klebstoffe, Bindemittel usw. Die Schreinerbranche und ihre Zulieferer sind dadurch in höchstem Masse gefordert, die Bedürfnisse von Auftraggebern wie Architekten, Generalunternehmern oder Privatkunden erfüllen zu können.

Risiko zahlt sich nicht aus

Für den Schreinerbetrieb ist in der aktuellen Situation Vorsicht geboten. Von der Zusage von Fixpreisen und verbindlichen Terminen ist in der aktuellen Situation – soweit möglich – eindeutig abzuraten. Demgemäss wird empfohlen, den Termin für die Ablieferung des Werks so zu vereinbaren, dass es sich nicht um einen bestimmten Verfalltag handelt, sondern dass der Termin zum Beispiel abhängig gemacht wird vom Zeitpunkt der Lieferung des benötigten Materials (Beispiel: «Fertig montiert vier Wochen nach Lieferung der Türrohlinge»). Ebenso sind hinsichtlich der offerierten Preise Vorbehalte anzubringen. So lassen sich teuerungsbedingte Unternehmer-Mehrkosten durch die Vereinbarung der Anwendbarkeit der Art. 64 ff. der SIA Norm 118 gegebenenfalls abwenden.

Nach Alternativen suchen

Um die Abhängigkeit von Herstellern und Lieferanten zu vermindern, ergibt sich eventuell die Möglichkeit, bei Standardprodukten den eigenen Lagerbestand zu erhöhen. Wertvoll ist in dieser Situation, wenn man auf alternative Materialien, andere Konstruktionen, Halbfabrikate oder Zubehörteile zurückgreifen kann.

In der schwierigen Position des Handwerkers bietet sich ein offenes Gespräch mit dem Auftraggeber an. Lösungsansätze könnten Anpassungen im Terminplan oder auch Teillieferungen sein.

www.vssm.ch

pet

Veröffentlichung: 06. Mai 2021 / Ausgabe 19/2021

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