Vorsicht vor Wucher-Handwerkern

Von der Dachsanierung bis zum Teeren des Vorplatzes: Die Handwerker bieten sich für viele Arbeiten an. Bild: Pixabay

Abzocke. Sowohl die Kantonspolizei Aargau als auch die von Zug warnen vor falschen Handwerkern. Diese drängen älteren Menschen Reparaturen auf und verlangen dann einen Wucherpreis dafür.

Es sind bereits verschiedenen Fälle bekannt, die sich alle ähnlich zutrugen. Wie die Kantonspolizei Zug mitteilte, fuhr vergangene Woche bei einem Haus eines 80-jährigen Mannes in der Gemeinde Baar ZG ein Lieferwagen vor. Daraus stiegen mehrere Männer, die sich als Handwerker ausgaben. Nachdem die Männer den Senioren unter Druck gesetzt hatten, gab dieser sein Einverständnis, am Dach eines Unterstands eine Sanierung durchzuführen.

Überlegt gehandelt

Der Rentner informierte seine Tochter, die den Vorfall umgehend der Zuger Polizei meldete. Daraufhin gelang es, die fünf Bauarbeiter vor Ort zu kontrollieren. Dabei stellte sich heraus, dass einer der Männer, ein 29-jähriger Rumäne, über keine gültige Arbeitsbewilligung im Kanton Zug verfügt. Er erhielt eine Verwaltungsbusse in der Höhe von mehreren Hundert Franken.

9'000 statt der abgemachten 140 Franken

Auch im Kanton Aargau mehren sich solche Meldungen, wie das Beispiel eines 95-jährigen Bewohners eines Einfamilienhauses im Bezirk Brugg zeigt. Dort tauchte laut Mitteilung der Kapo Aargau an einem Mittwochmorgen im Dezember ein Unbekannter auf. Er wies den Hausbesitzer auf ein Leck in der Dachrinne hin und drängte darauf, den Schaden zu reparieren. Der Senior liess sich überreden, worauf sich drei Männer an die Arbeit machten. Allerdings zeigte sich jetzt, dass das Trio gleich die ganze Dachrinne ersetzte. Dementsprechend erhöhten sich die Kosten laufend. Es gipfelte darin, dass die Handwerker anstelle der ursprünglich abgemachten 140 Franken nun auf fast 9'000 Franken bestanden.

Wegen Wuchers verzeigt

Statt zu zahlen, rief der Senior seinen Sohn an, der sofort die Polizei einschaltete. Diese konnte die Arbeiter noch rechtzeitig antreffen und auf den Polizeistützpunkt bringen. Die Kantonspolizei verzeigte die drei jungen Rumänen wegen Wuchers bei der Staatsanwaltschaft.

Überteuerter Pfusch

Laut den beiden Polizeien tauchen immer wieder solche falschen Handwerker auf und setzen ihre Kundschaft – bevorzugt ältere Leute – unter Druck, um mögliche Arbeiten gegen Bezahlung auszuführen. Das Angebot geht von der Dachsanierung übers Reinigen der Dachrinnen, Streichen der Fensterläden bis hin zum Teeren des Vorplatzes. Die unfreiwilligen Kunden müssen dafür teils horrende Preise bezahlen.

Keine Geschäfte an der Tür

Wer mit solchen Arbeitern und ihren Angeboten konfrontiert wird, sollte sich auf keinen Fall bedrängen und überreden lassen, die Haustüre schliessen und keinesfalls fremde Personen in die eigenen vier Wände lassen. Zudem sollte umgehend die Polizei unter der Notrufnummer 117 verständigt werden.

Isabelle Spengler

www.zg.ch
www.ag.ch

Veröffentlichung: 24. März 2021

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