Schreinermomente

Ob bei einer runden Küche (unten) oder einem einfachen Möbel: Vanja strebt Perfektion an. Bilder: Spicher AG

Vanja Bettler (20) kommt aus Brugg AG, wo er bei der Schreinerei Spicher gerade das 4. Lehrjahr absolviert.

Was war dein bisher interessantester Auftrag?

Eine runde Küche in einem runden Haus. Diese Küche bauten mein Lehrmeister und ich Anfang März in Brunnwald ein. Zehneinhalb Stunden während dreier Tage benötigten wir, denn der einzige Fixpunkt, den wir hatten, war die Hauptsäule in der Mitte des Hauses.

Welche besondere Herausforderung gab es?

Die Montage der Abdeckung aus schwarzem Granit zeigte sich als sehr aufwendig. Durch die groben Täfer an den Innenwänden mit ungefähr 10 bis 15 mm tiefen Nuten blieb uns keine andere Wahl, als die Täfer passend auszuschneiden. Da wir die Kreissäge nicht an der Wand benutzen konnten, hatten wir keine andere Möglichkeit, als auf Kosten der Zeit das Täfer von Hand zu bearbeiten. Zwischendurch die Granitabdeckung immer wieder zur Kontrolle aufzulegen, verlangte einiges an Kraft, doch das Resultat und die Erfahrung waren es wert.

Was macht dir bei der Arbeit am meisten Spass?

Ich arbeite gerne mit Massivholz. Es lassen sich auch aus Spanplatte oder anderen Holzwerkstoffen tolle Sachen anfertigen, doch etwas aus Massivholz finde ich schöner. Ausserdem verzeiht Massivholz kleine Makel. Klar strebt man bei der Arbeit Perfektion an, doch Massivholz bleibt am Ende natürlicher und die Natur ist nun einmal nicht perfekt. Ich habe das Glück, dass wir in meinem Lehrbetrieb viel Massivholz verwenden. Beispielsweise fertigen wir für unsere Küchen die Schubladen meist aus massivem Ahorn an.
Auf Kundenwunsch verwenden wir auch die üblichen Legraboxen, doch die Ahornschubladen mit Fingerzinken sind eindeutig exklusiver. Und mit den von meinem Lehrmeister entworfenen Besteckabteilen bieten sie denselben Komfort wie die Legraboxen.

JK

Veröffentlichung: 05. Oktober 2017 / Ausgabe 40/2017

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