Für jede Fuge ein Profil


Das mehrteilige Übergangs- und Bewegungsprofil «LPS 220» der Schadegg AG funktioniert je nach Basisprofil bei Belägen bis 21 Millimeter Stärke. Bild: Schadegg AG
Das mehrteilige Übergangs- und Bewegungsprofil «LPS 220» der Schadegg AG funktioniert je nach Basisprofil bei Belägen bis 21 Millimeter Stärke. Bild: Schadegg AG
Bodenprofile. Sie dienen dem Ausgleich unterschiedlicher Materialstärken, dem Überbrücken von Konstruktionsfugen oder als Kantenabschluss. Für Schreiner und Bodenleger steht eine Vielzahl von unterschiedlichen Bodenprofilen für praktisch alle Anwendungen zur Auswahl.
Egal, ob der Schreiner oder der Bodenleger beim Kunden Parkett, Laminat oder einen Designbodenbelag (LVT) verlegt – spätestens im Bereich der Zimmertür benötigt er in den meisten Fällen ein Bodenprofil. Meistens hat sich ein Abschluss- oder Übergangsprofil beim Handwerker durchgesetzt, um den Bodenbelag zur Türschwelle hin abzuschliessen oder an den Bodenbelag im Gang anzuschliessen. In diesem Artikel werden die Profilarten und Aufbauten aufgezeigt und neue sowie spezielle Produkte angeschaut.
Da die Bodenprofile unterschiedliche Aufgaben an unterschiedlichen Stellen übernehmen müssen, haben sich im Bodenbereich die folgenden Arten etabliert.
Das Übergangsprofil dient als Verbindung zweier Bodenbeläge. Oftmals handelt es sich um zwei verschiedene Belagsarten mit unterschiedlichen Dicken, weshalb Übergangsprofile meist in der Höhe flexibel ausgeführt sind.
Bewegungsprofile dienen der Aufnahme von Bewegungen des Bodenbelages. Ab einer gewissen Grösse oder beim Zusammentreffen unterschiedlicher Bodenflächen müssen die Beläge unbedingt genügend Platz zum Ausbreiten und Zusammenziehen haben. Sie bieten ebenfalls die Möglichkeit, eine Dehnungsfuge auf einer übergrossen Fläche einzubauen.
Treppenprofile sind speziell für den Einsatz an der Treppenkante konzipiert. Mit ihnen besteht die Möglichkeit, zwei Beläge über eine Ecke zu verbinden.
Beim Abschlussprofil handelt es sich, wie der Name schon sagt, um eine Schiene zum Abschliessen eines Bodenbelags. Dies kann an der Wand anstelle einer Sockelleiste, im freien Raum beim Wechsel der Bodenfläche oder auf einem Podest als Abschluss ge- schehen. Bei manchen Systemen haben die Profilarten die gleiche Basisschiene. So muss je nach Einsatz nur das Oberprofil gewechselt werden, um eine andere Profilart zu erhalten.
Ein Gebiet, auf dem sich der Anwendungsbereich der Profile grundsätzlich unterscheidet, ist der Aufbau. Einteilige Profile werden speziell für eine Anwendung hergestellt. So müssen der Einsatzort und die Belagsdicke im Vorfeld genau bekannt sein. Ein Vorteil hierbei ist die spezifische Fertigung für eine Anwendung und die genaue Anpassung auf eine Dicke. Bei den mehrteiligen Profilen hat der Handwerker meist mehr Anpassungsspielraum für den individuellen Einsatzort. So werden die benötigten Oberprofile anschliessend auf den Basisschienen, die speziell zur Befestigung dienen, eingesteckt, aufgeschraubt oder eingeschoben.
Einige Systeme ermöglichen durch unterschiedliche Höhen, zusätzliche Erhöhungs- profile oder eingebaute Verstellmöglichkeiten, eine Anpassung an die verschiedenen Bodenbelagsdicken. Mit einer schwenk- baren Oberprofilaufnahme können sogar unterschiedlich dicke Bodenbeläge mit dem gleichen Bodenprofil ausgeglichen werden.
Die heute auf dem Markt erhältlichen Bodenprofile erstrecken sich von den klassischen, einteiligen Übergangs-, Bewegungs-, Abschluss- und Treppenprofilen bis zu den mehrteiligen Bodenprofilsystemen, die ebenfalls für praktisch alle anfallenden Bodenfugen und Kanten eine Lösung bieten. Je nach benötigter Menge und je nach Höhe des Budgets kann die Wahl eines variablen Systems sinnvoll sein. Werden zum Beispiel öfters die gleichen Belagsstärken verarbeitet, stellen einteilige Profile eine gute Lösung dar.
Im Anschluss folgt eine kleine Auswahl aktueller Bodenprofile.
Das «LPS 220»-System der Firma Schadegg AG aus dem thurgauischen Wängi wird per sofort durch ein höheres Basisprofil erweitert. Das jeweilige Oberprofil bleibt gleich und kann je nach Bedarf auf das tiefe oder höhere Basisprofil montiert werden. Mit der schon bisher erhältlichen, tiefen Ausführung sind Belagsdicken von 7 bis 16 Millimetern abgedeckt. Das neue Profil ermöglicht einen erweiterten Anwendungsbereich von 14 bis 21 Millimetern. Die zwei Basisprofile können je nach Bedarf Übergangs-, Anpassungs- und Abschlussprofile aufnehmen. Die «LPS 220»-Systeme sind farblos, braun und sandfarbig eloxiert erhältlich. Das gelieferte Set enthält neben dem jeweils gewünschten Basis- und Ober- profil auch das Befestigungsmaterial.
Speziell für die Verlegung schwimmender LVT-Beläge hat die Firma Direct Handling AG aus Uster ZH das flexible Bodenprofil «Cavum Flex» entwickelt. Das nach Angaben der Firma momentan kleinste zweiteilige Schraubsystem auf dem Markt ermöglicht den Einsatz auch bei ganz dünnen Bodenbelägen. Durch den höhenvariablen Schwenkmechanismus bietet diese Verschraubung die Möglichkeit, Beläge mit Stärken von 4 bis 7 Millimetern zu verwenden. Auf das Basisprofil können Übergangs-, Ausgleichs- und Abschlussprofile aufgeschraubt werden. Mit dem zusätzlich erhältlichen «Cavum Lifter» kann das Profil Beläge von 7,9 bis 11,6 Millimetern aufnehmen. Der Lifter ist vorgebohrt und kann gleichzeitig mit der Basisschiene montiert werden.
Das bestehende Produkt «FN dowel-fix» wurde weiterentwickelt und steht jetzt unter dem Namen «FN sixpack» für den Kunden bereit. Die Firma FN Neuhofer Holz GmbH hat die bestehenden drei Einsatzmöglichkeiten als Übergangs-, Bewegungs- und Abschlussprofil beibehalten und mit einer zweiten Befestigungsmöglichkeit ergänzt. Neben der klassischen Befestigung durch Schrauben kann das System nun auch auf den Boden geklebt werden. Das ist vor allem bei Objekten mit Fussbodenheizung ein grosser Vorteil. Unterschieden werden die Profile in die Typen 6 und 7. Die Höhe 6 ist vorwiegend für Laminat,- Vinyl- und Teppichböden geeignet, und die Höhe 7 wurde gezielt für den Einsatz bei Parkettböden optimiert. Durch diese Unterscheidung kann ein breites Spektrum im Bodenbereich abgedeckt werden. Bei der Ausführung des jeweiligen Oberprofiles stehen drei Materialisierungen zur Auswahl: Je nach Kundenwunsch ist das Deckprofil in Aluminium eloxiert, in HDF mit Furnier oder Folie und in Massivholz ausgeführt.
Eine anspruchsvolle Einbausituation an Bodenprofile stellen die Treppenaufgänge. Durch die Einsatzposition an der vorderen Trittkante wirken unterschiedliche Kräfte auf das Oberprofil und seine Befestigung. Damit der Bodenbelag beim Auftritt an seiner Position gehalten werden kann, braucht es eine stabile Befestigung für das Basisprofil und eine Halterung für den Bodenbelag. Die Direct Handling AG hat für den Einsatz auf der Treppe zwei Profilarten im Sortiment: das flexible «Cavum flex stair»-Profil und das fixe «Cavum stair»- Profil. Die flexible Lösung besteht aus drei Teilen, die zusammengeschraubt werden. Das breite Basisprofil bietet eine grosse Montagefläche für die stabile Befestigung. Das Kernstück des flexiblen Systems bildet die Kunststoffeinlage mit unterschiedlichen Einkerbungen. Mit diesen kann das Oberprofil an die gewünschte Belagsstärke angepasst werden. Das Oberprofil wird mit Schrauben befestigt und hält den Bodenbelag an seinem Platz. Durch den flexiblen Aufbau können Beläge von 3 bis 8 Millimetern mit dem gleichen Profil verlegt werden. Das «Cavum stair»-Profil ist für die Belagsstärken 3 und 5 Millimeter erhältlich. Durch die breite Montageauflage mit gerillter Oberfläche ist eine stabile Befestigung gegeben. Besonders interessant bei diesem Profil ist die eingearbeitete Sollbruchstelle an der unteren Vorderkante. Durch diese kann das Profil auch als Abschlussprofil verwendet werden und erweitert so den Anwendungsbereich.
Die Aluminiumbodenprofile von der FN Neuhofer Holz GmbH sind wahre Alleskönner. Da alle Systemkomponenten einzeln ausgesucht und nach Bedarf zusammengestellt sind, entsteht ein universales, auf den jeweiligen Kunden abgestimmtes Profilsystem. Die spezielle Profillinie «FN power-pro» ermöglicht sogar das Verlegen eines Kabels innerhalb des Bodenprofils. So können beispielsweise im oder auf dem Boden montierte Leuchten angeschlossen werden. Die Aluminiumprofile sind in Form von Übergangs-, Bewegungs-, Abschluss- und Treppenprofilen erhältlich und können für nahezu alle Bodenbeläge verwendet werden. Beim Oberflächenfinish kann der Kunde zwischen laminiert, echtfurniert mit Overlay und eloxiert wählen, was unzählige Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Bei der Befestigung stehen entweder ein durchgehendes, zusammen mit dem Boden verlegtes Basisprofil oder 15 Millimeter breite Clips, die nach der Bodenmontage eingeschoben werden, zur Auswahl. Eine weitere Besonderheit dieses Systems ist die Möglichkeit der mehrfachen Montage und Demontage. Dieser Faktor ist beispielsweise bei temporären Bauten wie Messeständen oder Ausstellungen interessant.
Veröffentlichung: 28. April 2016 / Ausgabe 17/2016
Reparatur. Beschädigungen und Kratzer sind schnell entstanden und ruinieren nicht selten eine ansonsten makellose Oberfläche. Bei fest verbauten Bauteilen ist ein Ersatz oftmals teuer, aufwendig oder schlicht nicht möglich. Eine Alternative kann ein baukosmetischer Eingriff sein.
mehrBodenprofile. Übergänge zu anderen Bodenbelägen oder unter Parkettfeldern selbst stellen hohe Anforderungen an die Optik und technische Umsetzung. Um Schäden zu vermeiden, muss von der Planung über die Vorbereitung bis hin zur Montage einiges beachtet werden.
mehrPaidPost. Die Admonter Holzindustrie AG setzt in vielerlei Hinsicht auf Fortschritt. Einerseits mit einigen Neuheiten im Produktbereich, andererseits auch in der Entwicklung neuer Visualisierungskonzepte auf digitaler Basis.
mehr