«Die Hocker sind aus alten Brettern und Balken»


Die Bar und die passenden Hocker sind aus altem Lärchenholz. Bild: TM Schreinerei
Die Bar und die passenden Hocker sind aus altem Lärchenholz. Bild: TM Schreinerei
Interview. Seit er im vierten Lehrjahr ist, darf Ursin Fontana aus Masein GR immer mehr Aufträge selbstständig erledigen. So auch vier Barhocker aus Lärchen-Altholz. Sein Lehrbetrieb, die TM Schreinerei in Zillis GR, hat die fertigen Hocker auf Instagram gepostet.
Ursin Fontana: Mein Lehrbetrieb war an einem Umbau eines alten Hauses beteiligt. Als es um die Küche mit einer Bar ging, erhielt ich den Auftrag für die vier Hocker. Bei allem anderen habe ich mitgeholfen.
Nicht ganz. Ich habe ab der Planung übernommen. Bei der Arbeit am CNC-Bearbeitungszentrum hatte ich allerdings Hilfe vom Maschinisten. Als Lernender darf man ja nicht so oft an die CNC. Die Sitzflächen haben wir etwas eingelassen, da hat mir der Spezialist geholfen. Den Rest, wie zum Beispiel die Zinkenverbindungen, habe ich selbst gemacht. Es ist schön, wenn man einen Auftrag von A bis Z abwickeln darf. Seit ich im vierten Lehrjahr bin, erhalte ich immer mehr Verantwortung.
Da wir für die Hocker alte Bretter und Balken des umzubauenden Hauses verwendet haben, war nur eine begrenzte Menge Holz und nur eine kleine Auswahl vorhanden. Das war das Schwierigste. Denn das Lärchen-Altholz hat einige unschöne Kanten und Risse. Aber die fertigen Stühle sehen recht cool aus.
Mittlerweile ist das ausgeglichen. Es kommt auf das Lehrjahr an. Zu Beginn der Ausbildung war ich viel auf den Baustellen, vor der Teilprüfung habe ich aber mehr im Betrieb gearbeitet und geübt.
Ich bin sehr gerne auf dem Bau. Zudem finde ich die Arbeit mit Massivholz toll. Dafür mag ich Spanplatten weniger. Die finde ich etwas langweilig.
Die vier Jahre waren wirklich eine tolle Zeit. Aber ich bin froh, dass ich sie nun bald hinter mir habe.
Einen relativ grossen Esstisch mit einer Eckbank. Das Besondere war, dass die Rücklehne über viele Lehnen verfügt, die man beliebig einsetzen kann. Das heisst, man kann so viele Lehnen platzieren, wie man möchte. Maximal können bis zu acht Leute Platz nehmen.
Nein, das war ein Kundenauftrag von meinem Lehrbetrieb. Für mich selber habe ich mal eine Arvenkommode hergestellt.
Tipptopp, ich kann nicht klagen. Der Betrieb hatte auch den Ausschlag für die Schreiner-Ausbildung gegeben. Ich hatte noch als Zimmermann geschnuppert. Aber als ich den Vertrag hier bekommen hatte, war der Fall klar. Wir sind ein relativ kleiner Betrieb mit 19 Mitarbeitenden. Davon sind drei EFZ-Lernende und ein angehender Schreinerpraktiker. Der Platz ist eher beschränkt, deswegen wird die Bude demnächst umgebaut und vergrössert.
Ich möchte die Berufsmatur absolvieren, in einem Jahr durchgehend. Ich werde an fünf Tagen in der Schule sein und relativ viele Ferien haben. Eventuell werde ich daneben noch arbeiten. Nach der BMS muss ich ins Militär. Weiter habe ich noch nicht geplant. Das nehme ich vorzu.
Ursin Fontana, 19, aus Masein im Kanton Graubünden. Er macht die Lehre bei der TM Schreinerei in Zillis GR und schliesst sie im Sommer ab. In seiner Freizeit spielt der Bündner Fussball bei den A-Junioren des FC Thusis-Cazis. Zudem ist er gerne in der Natur unterwegs und fotografiert Wildtiere. Als bestes Bild ist ihm bisher ein Foto von jungen Wölfen gelungen, wie er sagt. Zudem absolviert er gerade die Ausbildung zum Jäger. Das sei für ihn kein Widerspruch, sondern gehöre zusammen. Er sei mit der Jagd aufgewachsen, erzählt Fontana.
Nicole D'Orazio
Veröffentlichung: 03. Juni 2021 / Ausgabe 23/2021
Für die meisten Lernenden des BZ Emme ist die Arbeit mit dem CNC-Bearbeitungszentrum unbekanntes Terrain. Die Schreinerklassen haben im Unterricht und im üK eigene Möbel kreiert und hergestellt. Zur Krönung werden diese am Schluss ausgestellt.
mehrVon Mitte März bis Anfang April messen sich die besten 90 Lernenden und Jungschreiner aus der Schweiz an den Regionalmeisterschaften. Sechs Teilnehmende berichten von ihrer Vorbereitung und ihren Erwartungen.
mehrErneut führt der Lehrbetriebsverbund Schreinermacher einen schweizweiten Talentwettbewerb durch. Diesmal ist das Aufgabenstück ein Taschenleerer. Alle Lernenden können daran teilnehmen, Einsendeschluss ist der 1. Mai.
mehr