Die Chance gepackt


Schreiner-chance. Die Wettbewerbsjury machte grosse Augen, als sie das Möbel von Domenic Meyer aus Opfershofen TG betrachtete. Der lernende Schreiner hat einen Salontisch mit integriertem Lift gebaut und sich damit auf den ersten Platz beim Thurgauer Schreinerwettbewerb gehievt.
«Für mich ist mein Möbel ein Stück Heimat», erklärt der 18-jährige Schreinerlernende Thomas Brauchli aus Weinfelden. Er hat im Rahmen des Wettbewerbs «Schreiner-Chance 15» zum Thema «meins» einen Stubentisch aus Thurgauer Apfelholz gefertigt. «Meine Grosseltern waren Bauern und hatten eigene Apfelbäume, deshalb und weil ich in Weinfelden aufgewachsen bin und hier immer noch wohne, habe ich einen persönlichen Bezug zum Apfelholz», erzählt der Lernende der Weinfelder Meier Schreinerei AG. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, könnte man denken. Und genau darum ging es beim Wettbewerbsthema. Die Schreinerlernenden sollten ein eigenes Möbel mit persönlichem Bezug herstellen. Etwas, womit sie sich identifizieren können und das etwas über sie als Macherinnen und Macher aussagt.
Gelungen ist dies insbesondere Domenic Meyer aus Opfershofen. Der Lernende der Schreinerei Kasper aus Weinfelden sicherte sich mit seinem Objekt den ersten Platz. Sein raffiniertes Möbel lässt sich quasi per Knopfdruck auf der Fernbedienung von einem niedrigen Salontisch in eine Stehbar verwandeln. Fährt der Aufzug in die Höhe, kommt darunter ein hellgrüner Fuss mit Stauräumen für Flaschen und Gläser zum Vorschein. «Ich wollte durch mein Möbel überraschen und die Leute begeistern», sagt Domenic Meyer stolz. Er sei schon immer begeistert gewesen von Möbeln, bei denen sich etwas verändern lasse. «Bewegung, meine Lieblingsfarbe Grün und die Bar passen einfach gut zu meiner Person», sagt der Wettbewerbsgewinner, welcher den Lift von der Linak AG gesponsert bekam.
Zusätzlich zum Aufzugsystem ist im Mantel des Möbels ein LED-Profil eingebaut. «Der Sensor erfasst, wenn sich das Möbel bewegt.» In der Folge geht das Licht an. Für den Sockel hat der 19-Jährige Leichtbau-MDF-Platten verwendet, damit sein Möbel die Wettbewerbsvorgabe von maximal 50 Kilogramm nicht überschritt. Die Tischplatte gestaltete der Lernende mit Zebrano.
Nach Domenic Meyer und dem zweitplatzierten Thomas Brauchli schaffte es Joël Progin mit seinem verschachtelten Hi-Fi-Möbel auf den dritten Platz. Der Lernende der Keller-Rutishauser AG spielt in seiner Freizeit Gitarre in einer Band und hat auch sonst viel mit Musik am Hut. Daher entschied er sich kurzerhand, sein altes Hi-Fi-Möbel durch ein neues zu ersetzen. Der 19-jährige Weinfelder konstruierte aus Birkensperrholz ein auf seine Musikgeräte abgestimmtes Möbel, das er mit amerikanischem Nussholz furnierte. «Die einzelnen Module sind bloss zusammengesteckt und lassen sich für einen Umzug schnell und unkompliziert auseinandernehmen. Die Arbeit war eine tolle Vorbereitung für die LAP», sagt Joël Progin.
Insgesamt wurden 34 Arbeiten für den Lehrlingswettbewerb des Verbands Schreiner Thurgau eingereicht. Die Palette reichte von Salontischen über schuhförmige Schuhschränke bis zu einem hölzernen Fussball mit integrierter Schublade. ms
www.schreinerthurgau.chVeröffentlichung: 06. November 2015 / Ausgabe 43/2015
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