«Die Äste im Kirschbaum gaben viel zu tun»


Eine der gestemmten Türen aus Kirschbaum, die Noel Hofmann für den Umbau eines Mehrfamilienhauses produziert hat. Bild: Noel Hofmann
Eine der gestemmten Türen aus Kirschbaum, die Noel Hofmann für den Umbau eines Mehrfamilienhauses produziert hat. Bild: Noel Hofmann
In einem alten Einfamilienhaus wurden im Rahmen eines Umbaus auch die Zimmertüren ausgewechselt. Noel Hofmann von der Elibag Elgger Innenausbau AG wurde mit dem Auftrag betraut und hat mehrere Türen hergestellt. Wie das lief, erzählt der 18-Jährige im Monatsinterview.
Noel Hofmann: Ja, mein Lehrbetrieb produziert viele Türen. Jedoch solche gestemmten Zimmertüren aus Kirschbaum und deren Futter hatte ich zuvor noch nie gemacht. Da es Türen aus Massivholz sind, sollte die Arbeit bewusst ein Lernender übernehmen, weil das nicht oft der Fall ist. Zu Beginn hat meine Oberstiftin mitgearbeitet, aber sie hat ihre Ausbildung abgeschlossen. Deswegen machte ich alleine weiter.
Ein älteres Einfamilienhaus wurde umgebaut. Meine Aufgabe war, die alten Zimmertüren zu ersetzen. Sie sollten ähnlich aussehen, es wurde jedoch ein anderes Holz (Kirsche) verwendet. Es waren gut ein Dutzend gestemmte Türen. Da es viel Arbeit war, wurde ich immer von einem Arbeitskollegen unterstützt. Um rechtzeitig fertig zu werden, hatten wir den Auftrag relativ früh begonnen. Am Schluss mussten wir trotzdem etwas Gas geben, um den Termin einzuhalten. Das Bedienen des CNC-Bearbeitungszentrums hat der Maschinist übernommen. Ich habe den entsprechenden üK noch nicht absolviert. Die Arbeit an der CNC reizt mich auch nicht besonders.
Aus Zeitgründen haben wir auf Zapfenverbindungen verzichtet, da diese aufwendig sind. Das Querfries oben haben wir mit Dübeln verbunden.
Es gab sehr viel Holz vorzubereiten. Ich habe viel Zeit für den Zuschnitt benötigt. Kirschbaum ist eher ein hartes Holz, hat eine besondere Farbe und wird eher selten für solche Arbeiten verwendet, da es teuer ist. Zudem hat Kirschbaumholz relativ viele Äste und immer wieder Risse. Diese musste ich entweder rausschneiden oder flicken.
Ja, die Türen sehen gut aus. Einen Tag war ich bei der Montage dabei und habe sie eingehängt. Die Türfutter habe allerdings nicht ich eingepasst.
Ich bin nicht an einem Ort fix eingeteilt und kann deshalb verschiedenste Arbeiten ausführen. Wir produzieren viele Küchen, Türen und Rahmen. Die Lernenden werden meistens in der Werkstatt eingeteilt. Ich bin jedoch neu oft auf Montage.
Da ich im vierten Lehrjahr bin, habe ich mit meinen Vorgesetzten schon über meine berufliche Zukunft gesprochen. Es ist nun geplant, dass ich nach dem Abschluss ein Jahr als Monteur arbeiten werde, bevor ich in die Rekrutenschule muss. Deswegen werde ich schon so eingesetzt, um mich darauf vorzubereiten.
Sie ist sehr abwechslungsreich. Man hat unterschiedliche Aufträge, sieht viel Neues und kann die Arbeit gut vorbereiten.
Vor der Lehre habe ich zu Hause ein Kanu gebaut. Sonst habe ich noch kein Möbel hergestellt. Aber das wird bald Thema für die IPA. Was ich machen werde, weiss ich aber noch nicht.
Ich wusste schon früh, dass ich Schreiner werden möchte. Es gefiel mir immer, in der Werkstatt meines Vaters zu basteln und zu werken. Die Ausbildung gefällt mir gut. Ich denke, dass ich später grundsätzlich auf dem Beruf bleiben werde. Vielleicht mache ich mal eine Weiterbildung. Aber das sehe ich ja dann.
Noel Hofmann aus Winterthur ZH. Er ist 18 Jahre alt und absolviert seine Lehre bei der Elibag Elgger Innen-
ausbau AG in Elgg ZH. Er ist nun im vierten Lehrjahr. Die Berufsschule besucht er in Winterthur. In seiner Freizeit ist Hofmann gerne im Freien und geht wandern oder klettern.
Seit jungen Jahren gehört er zudem der Jungschar in Winterthur an.
Nicole D’Orazio
Veröffentlichung: 02. November 2023 / Ausgabe 44/2023
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