Augenunfälle richtig behandeln


Als Facharzt für Augen-heilkunde und Augenchirurgie kennt sich Lorenz Kuske mit Augenunfällen aus. Bild: Augenarzt-Praxisgemeinschaft Gutblick AG
Als Facharzt für Augen-heilkunde und Augenchirurgie kennt sich Lorenz Kuske mit Augenunfällen aus. Bild: Augenarzt-Praxisgemeinschaft Gutblick AG
Interview. Laut Augenarzt Lorenz Kuske heilen Augenverletzungen zwar in den meisten Fällen nach einiger Zeit wieder vollständig ab. Dass dem so ist, hängt jedoch auch davon ab, ob die Betroffenen und ihre Kollegen nach Unfällen rasch und richtig handeln.
Augen sind das Spezialgebiet von Lorenz Kuske. Er ist Facharzt für Augenheilkunde und Augenchirurgie FMH – FEBO (europäische Facharztprüfung) und ärztlicher Co-Direktor der Augenarzt-Praxisgemeinschaft Gutblick AG. Diese betreibt schweizweit 11 Augenarztzentren mit über 280 Mitarbeitenden, wo verschiedene Augenbehandlungen, Operationen und Therapien vorgenommen werden.
Ehrlicherweise muss man sagen, durch das Nichteinhalten der Schutzmassnahmen. Bei den meisten Unfällen wurde also die Schutzbrille nicht getragen.
Einen solchen Fall hatte ich noch nie, jedoch einen Patienten, bei dem ein einzelner abgebrochener Draht einer Maschinendrahtbürste im Auge feststeckte. Solche grösseren Fälle sind aber selten, meistens sind es kleine Holz- oder Metallsplitter, die beim Bohren oder Flexen ins Auge geraten.
Bei den typischerweise kleinen Splittern sieht man von aussen meistens nur ein rotes, tränendes Auge. Die Splitter, die man von blossem Auge eigentlich nie sieht, kleben in aller Regel auf der Hornhaut. Das verursacht beim Öffnen und Schliessen des Augenlides Schmerzen. Grössere Fremdkörper oder Schnitte im Auge können aber auch dramatisch aussehen, diese sind aber wie gesagt sehr selten.
In den meisten Fällen kleben sie tatsächlich nur auf der obersten Schicht. Sie lassen sich mit einer Pinzette oder sogar mit einem Wattestäbchen entfernen. Bei Metallspänen haben wir das Problem, dass sie relativ schnell zu rosten beginnen wegen des im Auge befindlichen Wassers. Dann muss man nebst der Entfernung des Fremdkörpers auch noch den Rost rundherum mithilfe eines kleinen Fräsers wegschaben.
Das lässt sich so nicht generell sagen. Metallsplitter sind aus zwei Gründen gefährlich: Erstens bilden sie Rost, der zurückbleibt und je nach Ort eine hässliche Narbe hinterlässt. Zweitens können heisse Metallspäne, die beim Flexen entstehen, tiefer ins Auge eindringen. Hingegen sind Holzsplitter meistens nicht sauber und können Pilzsporen aufweisen, die Infektionen verursachen können.
Das Wichtigste ist, nicht in den Augen zu reiben, weil man dadurch nur noch grössere Kratzer macht. Wenn die Augen mit Tropfen, Hahnenwasser oder künstlichen Tränen gespült werden können, lässt sich dadurch schon viel herausspülen. Anschlies- send sollte so rasch wie möglich ein Augenarzt aufgesucht werden. Anders verhält es sich bei Verätzungen durch Lösungsmittel: Dort sollte man möglichst lange mit einer Augendusche oder unter fliessendem Wasser die Augen spülen. Da Säuren und Laugen relativ tief ins Gewebe eindringen, wäscht man so nicht nur die Chemikalien aus, sondern verdünnt dadurch auch das Gewebe. Dieses quillt auf und verdünnt dadurch wiederum die Chemikalien, wodurch sie weniger Schaden anrichten können.
Das ist ein sehr guter Hinweis, das wäre natürlich perfekt für den Arzt. So weiss er nämlich gleich, um welche Chemikalie es sich handelt. Alternativ reicht auch ein Foto des Behälters. Bei ätzenden Stoffen muss sicher schneller reagiert werden als bei reizenden Stoffen.
Alles, was mit Splittern zu tun hat, heilt in der Regel komplett aus. Unglücklicher sind Metallsplitter mit Rost, die ganz genau in der Hornhautmitte sind. Sie bleiben teilweise als Narben sichtbar. Leichte Verätzungen heilen in der Regel nach ein paar Monaten ab, und man spürt nichts mehr. An grösseren Verletzungen respektive Verätzungen kann man erblinden, doch in etwa 95 Prozent hinterlassen die Augenunfälle keine bleibenden Schäden.
Veröffentlichung: 01. August 2024 / Ausgabe 31-32/2024
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