Bäume geben ihre Erinnerungen weiter


Föhrensetzlinge im Pfynwald. Sie stammen von unterschiedlich bewässerten Mutterbäumen. Bild: Ulrich Wasem (WSL)
Föhrensetzlinge im Pfynwald. Sie stammen von unterschiedlich bewässerten Mutterbäumen. Bild: Ulrich Wasem (WSL)
Bäume können sich nicht nur an neue Bedingungen anpassen, sondern die Erinnerung an eine veränderte Umwelt an die nächste Generation weitergeben. Diese Fähigkeit konnten Forschende der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) erstmals nachweisen, wie es in einer Mitteilung heisst. Das lässt hoffen, dass sich Bäume besser als befürchtet auf den Klimawandel einstellen können.
Bei Tieren und Menschen wurden Mechanismen entdeckt, mit denen Reaktionen auf Umwelteinflüsse an den Nachwuchs weitergegeben werden. Es handelt sich um Moleküle, die an die DNA-Bausteine angehängt werden und beeinflussen, welche Gene zum Einsatz kommen. WSL-Forschende haben diese Fähigkeit nun auch bei Waldbäumen nachgewiesen.
Dazu hat sich das Forschungsteam ein Bewässerungsexperiment der WSL zunutze gemacht. Im Pfynwald im Wallis, wo Föhren unter extrem trockenen Bedingungen wachsen, bewässern die Wissenschaftler seit 2003 bestimmte Waldparzellen. Bei einem Teil wurde die Bewässerung nach zehn Jahren gestoppt. So können Anpassungen an trockene und feuchte Bedingungen untersucht werden.
Das Team sammelte die Zapfen von Mutterbäumen ein, entnahm die Samen und liess diese keimen. Ein Teil der Jungpflänzchen wuchs im Gewächshaus unter unterschiedlichen Wasser-, Licht- und Temperaturbedingungen auf, ein anderer im Pfynwald auf unbewässerten Parzellen.
Das Resultat im Gewächshaus war klar: Nachkommen von an Trockenheit gewöhnten Elternbäumen gediehen mit wenig Wasser klar besser, weil sie mehr Wurzelmasse bildeten. Bei genügender Wasserversorgung lag jedoch der Nachwuchs der Eltern von bewässerten Flächen vorn, da sie mehr Nadeln produzierten. «Das ist der erste Nachweis, dass Elternbäume Umweltinformationen an ihre Nachkommen weitergeben und diese dadurch besser mit den Lebensbedingungen klarkommen», sagt der Ökologe Arthur Gessler, der die Studie leitet. «Die Nachkommen sind von Anfang an auf die zu erwartende Situation vorbereitet.»
www.wsl.chVeröffentlichung: 27. Februar 2020 / Ausgabe 9/2020
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