«In Sachen Digitalisierung sind wir eine Nasenlänge voraus»


CEO und Inhaber Ueli Jost (links) zusammen mit Christian Kramis, Leiter Produktion und Logistik vor dem Ende der 70 Meter langen Anlagen. Bild: Veriset
CEO und Inhaber Ueli Jost (links) zusammen mit Christian Kramis, Leiter Produktion und Logistik vor dem Ende der 70 Meter langen Anlagen. Bild: Veriset
Maschinen. Eine der modernsten Möbelfertigungsanlagen der Welt wurde kürzlich in der Schweiz eingeweiht. Automatische Bekantung, Fräsungen und Qualitätsüberprüfung gehören zu den Highlights der 70 Meter langen Anlage.
Das Kernstück der neuen Anlage stammt vom deutschen Maschinenhersteller Ima, ist zwölf Meter lang und 14 Tonnen schwer. Das gute Stück wurde ganz nach den Wünschen und Bedürfnissen der Veriset-Ingenieure konfiguriert und ist bereits seit vergangenem Dezember vor Ort.
Nun konnte die grösste Schweizer Küchenherstellerin Veriset die ganze Anlage am Produktionsstandort in Root (LU) in Betrieb nehmen. «Mit einer der modernsten Möbelfertigungsanlagen weltweit beweisen wir, dass es dank Automation und intelligenter Prozesse möglich ist, auch im Hochpreisland Schweiz kosteneffizient zu produzieren», schreibt das Unternehmen in der Mitteilung. Der Familienbetrieb sei stolz, den ausländischen Mitbewerbern damit in Sachen Digitalisierung eine weitere Nasenlänge voraus zu sein und so nicht nur die Arbeitsplätze langfristig zu sichern, sondern auch die Kapazität ausbauen zu können, heisst es weiter.
Im April ging die erste von vier weiteren Anlagen der neuesten Generation an den Start. Automatische Bekantung, Fräsungen und Qualitätsüberprüfung gehören zu den Highlights der 70 Meter langen Produktionsstrasse und sind laut Veriset ein Novum in der Schweizer Möbelbranche. «Im Vergleich zu den heute üblichen Produktionsmethoden in der Möbelbranche vereint die neue Anlage mehrere Funktionen, die sonst über mehrere Stationen erledigt werden», beschreibt das Unternehmen ihre neuste Errungenschaft weiter. So werde die zugeschnittene Spanplatte an allen vier Schmalseiten mit einer Laser- oder PU-Kante versehen, eine Nut für die Griffleiste oder ein Falz für den Schubladenboden gefräst. «Auch unsere Küchenmonteure können sich dank der einen oder anderen Produktverbesserung über die einfachere Küchenmontage freuen.»
Spezielle Hochleistungskameras scannen die Kanten und sortieren eine «schlechte» Verarbeitung automatisch aus. Diese mühsame und monotone Tätigkeit, die vorher von einer Person mittels Sichtkontrolle erledigt wurde, falle nun weg und die Arbeitskraft könne für produktivere Tätigkeiten eingesetzt werden.
Ueli Jost, Inhaber und CEO der Veriset AG, ist überzeugt: «Die Digitalisierung erleichtert unsere Arbeit und macht sie sicherer.» Der 64-jährige setzt dabei auf die Vorteile der Automation und bezieht auch die Bedürfnisse des Menschen mit ein: «Nur, wenn die Automation unseren Mitarbeitenden dient und sie davon überzeugt sind, ist sie von Nutzen. Ansonst machen wir den potenziellen Effizienzgewinn von vornherein zunichte.» Folgerichtig seien alle Betroffenen frühzeitig in die Projekte miteinbezogen worden. Denn die Stellenprofile in der Produktion wandeln sich zunehmend vom «Machen» hin zum «Überwachen und Steuern» der Anlagen und Maschinen. Schreinerwissen stehe in der industriellen Fertigung nicht mehr im Vordergrund, vielmehr ginge es darum, die komplexen und hochempfindlichen Anlagen richtig bedienen zu können und Störungen möglichst zu vermeiden oder schnell zu beheben.
Bis die Kundschaft vom noch flexibleren Sortiment profitiere und deren Bedürfnisse noch individueller abgedeckt werden können, dauere es aber noch ein wenig, schreibt das Familienunternehmen, welches 300 Mitarbeitende beschäftigt. Das neue Produktionskonzept könne erst in drei bis vier Jahren vollständig ausgerollt werden, wenn die weiteren Fertigungsanlagen in Betrieb genommen sind. Details zu diesen Plänen will die Veriset noch in diesem Jahr bekannt geben.
Isabelle Spengler
Veröffentlichung: 04. Juni 2021
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