Schreiner stopfen Finanzierungslücken


Zentralpräsident Thomas Iten begrüsst die Delegierten aus dem «Studio» am Zentralsitz in Wallisellen. Die Delegierten nahmen via Computer an der Versammlung teil. Bild: Stefan Hilzinger
Zentralpräsident Thomas Iten begrüsst die Delegierten aus dem «Studio» am Zentralsitz in Wallisellen. Die Delegierten nahmen via Computer an der Versammlung teil. Bild: Stefan Hilzinger
VSSM-Delgiertenversammlung. Über 130 Delegierte des Verbands Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten VSSM stellten sich hinter eine vorübergehende, verstärkte Mitfinanzierung von Aus- und Weiterbildung sowie von VSSM-Produkten und -Dienstleistungen. Dies ist nötig, weil mangels GAV Mittel der Zentralen Paritätischen Kommission ausbleiben. Ausserdem verabschiedeten die Delegierten eine Richtlinie zu den Arbeitsverhältnissen, um Gleichbehandlung sicherzustellen.
Wie bei vielen Verbänden in der Schweiz versammelten sich auch die Delegierten des Verbands Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten VSSM nicht vor Ort sondern im virtuellen Raum. Die Delgierten waren via Live-Schaltung mit dem Zentralsitz in Wallisellen verbunden, von wo aus der Zentralvorstand durch die Versammlung führte. Die Vertreter der VSSM-Sektionen und -Fachgruppen stimmten jeweils elektronisch an den Bildschirmen über die Geschäfte ab.
Im Zentrum der Diskussionen und Entscheide standen die Folgen des GAV-losen Zustandes seit Anfang dieses Jahres. Ein besonderes Problem stellt dabei das Fehlen von Geldern für die Aus- und Weiterbildung dar, da die Mittel der Zentralen Paritätischen Kommission (ZPK) ausbleiben.
Die Delegierten folgten mit grossem Mehr den Anträgen der Präsidentenkonferenz, um mit zusätzlichen Beiträgen die Finanzierungslücke zwischenzeitlich zu überbrücken:
Im Sinne einer Hilfestellung und als dringliche Empfehlung an die Mitgliedsbetriebe verabschiedete die VSSM-DV eine «Richtlinie zu den Arbeitsverhältnissen». Damit bleibt die Gleichbehandlung der Arbeitnehmenden sichergestellt, auch wenn sie nun im GAV-losen Zustand angestellt werden. Inhaltlich orientiert sich die Richtlinie am geplatzten, neuen GAV 2022 bis 2025, zu dem der VSSM im November 2020 Ja gesagt hatte, den die Gewerkschaften aber wegen des Neins zum Vorruhestandsmodell nicht haben wollten.
Die VSSM-Sektion Luzern stellte den Antrag, dass die Arbeitgeberdelegation möglichst rasch zumindest über den «GAV Weiterbildung und Gesundheitsschutz» wieder verhandeln solle. Dies in der Hoffnung, dass die zuvor beschlossene Zwischenfinanzierung der Bildungssbeiträge möglichst rasch wieder beendet werde könne und auch Nichtmitglieder sich wieder an der Finanzierung von Aus- und Weiterbildungsbeiträgen beteiligen müssen. Die Delegierten stellten sich mit grossem Mehr hinter den Antrag. Zentralpräsident Thomas Iten freute sich über den klaren Auftrag. Allerdings gab er zu bedenkten, dass der «GAV Weiterbildung und Gesundheitsschutz» vom Seco nur bewilligt werde, wenn über den arbeitsrechtlichen Teil des GAV zumindest wieder verhandelt werde. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Verhandlungen demnächst wieder in Gang kämen, das sei auch im Interesse der Gewerkschaften Unia und Syna.
Schliesslich stimmten die VSSM-Delegierten mit der benötigten Drei-Viertel-Mehrheit dem Zusammenschluss der drei Ausgleichskassen (AK) Gärtner-Floristen, Verom und Schreiner zur neuen AK Forte zu. Vom Zusammenschluss der drei AHV-Kassen auf Anfang 2022 versprechen sich die beteiligten Verbände Einsparungen bei den Verwaltungskosten.
Die Jahresrechnungen von VSSM und der Maek gaben zu keinen Fragen Anlass und wurden von den Delegierten mit grossem Mehr genehmigt. Corona-bedingt fielen die Jahresabschlüsse anders aus als erwartet. Weil viele Anlässe nicht stattfinden konnte, lagen sowohl Aufwand als auch Ertrag unter Budget. Letztlich schloss der VSSM zwar wie erwartet mit einem Minus ab, aber deutlich besser als budgetiert.
Veröffentlichung: 25. Juni 2021
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