Est-ce que tu parles Français?


Tim Grossenbacher und Sarah Remund sprechen im Unterricht auch Französisch. Bild: PD
Tim Grossenbacher und Sarah Remund sprechen im Unterricht auch Französisch. Bild: PD
Schreinerlernende, die die Berufsschule in Lyss besuchen, können wählen, ob sie den Unterricht normal auf Deutsch oder teilweise auf Französisch besuchen möchten. Das Angebot kommt gut an.
«Ich kann mich gut auf Französisch verständigen. Wenn die andere Person jedoch schnell spricht, wird es schon schwierig, alles zu verstehen», sagt Tim Grossenbacher aus Grossaffoltern BE. «Damit ich weiter üben und mich verbessern kann, besuche ich die Bilingue-Klasse.» Der 18-Jährige schliesst gerade das zweite Lehrjahr ab und ist bei der Schneider Innenausbau AG in Dieterswil BE angestellt. Er besucht die Berufsschule in Lyss BE. Seit 2018 können die Lernenden dort wählen, ob sie den Unterricht normal auf Deutsch oder aber in der Bilingue-Klasse besuchen wollen. Rund 20 Prozent der Lektionen in Berufskunde und Allgemeinbildung (ABU) werden auf Französisch abgehalten. Die erste Bili-Klasse schliesst gerade ab.
«Franz haben wir mündlich, in ABU auch schriftlich, doch das wird nicht benotet», erzählt Tim Grossenbacher. Die Prüfungen finden auf Deutsch statt. Im Zeugnis gibt es einfach einen Eintrag «Mehrsprachig/immersiv in Französisch». «Das finde ich gut. So gibt es keinen Druck und man hat Spass, Franz zu üben. Vor allem die Fachbegriffe sind wichtig, und ich wäre bereit, um mit Kunden ein Gespräch zu führen.» In der Region Biel-Seeland sei es möglich, dass man auf französischsprechende Kunden oder Handwerkerkollegen trifft. Das Angebot der Berufsschule Lyss wird für vier Berufe angeboten: Neben den Schreinerinnen und Schreinern können sich die Fachleute Gesundheit, Kaufleute E-Profil sowie Floristinnen und Floristen für den zweisprachigen Unterricht einschreiben. Das Angebot kommt gut an. In der Klasse von Tim Grossenbacher sind es 18 Schülerinnen und Schüler.
Zu diesen gehört auch Sarah Remund aus Schwarzenburg BE. «Ich habe mich für die Bilingue-Klasse entschieden, weil es gut ist, die Fachbegriffe auf Französisch zu lernen und sich unterhalten zu können», sagt die 18-Jährige, die bei der Vifian Möbelwerkstatt in Schwarzenburg ihre Ausbildung absolviert. «Dabei kommt es nicht darauf an, ob man Fehler macht oder zum Beispiel den Subjonctif richtig anwendet. Es ist nicht so, dass wir uns gegenseitig korrigieren. Vielleicht sagt der Lehrer mal was. Aber wir sollen einfach so viel wie möglich reden.» Die Lernende findet das gut. Vom Niveau her gebe es keine Probleme. Die Französisch-Kenntnisse aus der Primar- und Sekundarschule würden ausreichen. «Mir gefällt die Bili-Klasse und ich würde sie weiterempfehlen.» Auch ihr Lehrbetrieb stünde dahinter und habe sie motiviert, sich für den zweisprachigen Unterricht zu entscheiden.
Sarah Remund kann sich vorstellen, nach der Lehre eine Stelle in der Romandie zu suchen. «Damit kann ich mir aber noch Zeit lassen. Zuerst konzentriere ich mich auf das nächste Lehrjahr. Vor der Teilprüfung habe ich Respekt», sagt sie. Tim Grossenbacher hat mit seinem Oberstift schon fleissig für die Prüfung trainiert. Seine Zukunft sieht er nicht in der Welschschweiz. «Ich würde eines Tages gerne auf Reisen gehen. Je nachdem, wo ich bin, suche ich dann einen Job, um Geld zu verdienen, und ziehe dann weiter. Das wäre meine Wunschvorstellung.» So werde er bestimmt auch seine Französisch- und Englischkenntnisse nutzen können.
Nicole D'Orazio
Veröffentlichung: 01. Juli 2021 / Ausgabe 27-28/2021
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