Ein Schloss für die Küche

Das Schloss Lenzburg bot einen schönen Rahmen für die Wahl von Daniel Hofer in den Vorstand. Bild: Monika Hurni

Küche Schweiz.  Die Führung auf Schloss Lenzburg liess die 127 Gäste Anfang Juli für einen Moment in die Vergangenheit eintauchen. Um die Zukunft ging es dann an der anschliessenden Generalversammlung des Branchenverbandes der Küchenbauer.

«Wir können optimistisch in die Zukunft blicken», befand Präsident Alain Bühler zu Beginn der 21. Generalversammlung von Küche Schweiz Anfang Monat auf Schloss Lenzburg, an der es auch um die Zukunft der Branche ging. Bühler zeigte sich erleichtert, dass die Bau- und damit auch die Küchenbranche die Coronakrise bisher erfreulich gut überstanden hat.

Dass der Verband bereit ist, die Zukunft aktiv mitzugestalten, zeigt sich an dessen vielseitigen Projekten. Im vergangenen Jahr hatte er 20 Anlässe organisiert, so unter anderem die Jubiläums-GV, den Swiss Kitchen Award oder den Tag der Küchenneuheiten. Daneben wurde die Website überarbeitet und mit wertvollen Rubriken, wie etwa einem Branchenkalender, ergänzt.

Zweckgebundener Weiterbildungsfonds

Viel Zeit und Energie investierte der Verband in die Thematik der Bildung. So startet Ende September der erste Zertifikatslehrgang Küchenplaner, der in Zusammenarbeit mit dem VSSM entwickelt worden war. Die Höhere Fachschule Bürgenstock (HFB) führt den modularen Zertifikatslehrgang in Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule (BFH) durch.

Die 65 Stimmberechtigten hiessen den zweckgebundenen Fonds für diese Weiterbildung und den einmaligen Beitrag von 200 Franken gut. Eher kritisch standen die Anwesenden der Idee einer möglichen Ausbildung Küchenverkäufer EFZ gegenüber. Sie warfen die Fragen auf, ob ein 19-Jähriger reif genug sei, um einem Kunden eine Küche glaubwürdig verkaufen zu können. Auch stand die Frage im Raum, ob ein Küchenverkäufer ohne handwerklichen Background über genügend technisches Verständnis für diese Aufgabe verfüge. Die Votanten sahen den Verkauf eher als Weiterbildung.

So sprachen sich in einer Stimmungsumfrage am Ende 52 Votanten gegen und 16 für eine Weiterentwicklung der Idee aus. Erfreuliche Ergebnisse hatte im vergangenen Jahr die Zusammenarbeit mit dem Hauseigentümerverband ergeben. In Fachreferaten konnten sich die Küchenbauer dabei direkt an potenzielle Kunden richten. Wer sich als Referent zur Verfügung stellen möchte, kann sich bei Küche Schweiz melden. Dasselbe gilt für Schreiner, die sich für die Durchführung von Expertisen zur Verfügung stellen möchten. Denn mit mittlerweile 15 Anfragen hat die Anzahl der Expertisen im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht.

Mitglieder gewinnen

Die weiteren Traktanden wurden zügig abgehandelt. Daniel Hofer, Geschäftsführer der Stöcklin Möbel AG in Aesch BL (Bild), wurde neu in den Vorstand gewählt, während Tristan Brockelmanns in Abwesenheit aus diesem verabschiedet wur- de. Auch den übrigen Trak- tanden stimmten die Teilnehmer ein- stimmig zu. So auch der Jahresrechnung, die aufgrund nachvollziehbarer Aufwendungen für diverse Anlässe um gut 51 000 Franken im Minus war gegenüber dem Budget. Für das kommende Jahr hat sich der Verband zum Ziel gesetzt, «die Mitgliederbasis breiter abzustützen und auch die Westschweiz stärker miteinzubeziehen», wie Geschäftsführer Rainer Klein bekannt gab.

Kritische Betrachtungen

Für Gesprächsstoff sorgte im Anschluss an die GV der kritische Vortrag des bekannten Radio- und Fernsehjourna-listen und Sachbuchautors Werner van Gent (Bild) über die «Herausforderung neue Seidenstrasse». Mit der sogenannten «Belt and Road Initiative» strebt der chinesische Staatspräsident Xi Jinping einen Ausbau interkontinentaler Handels- und Infrastruktur-Netze zwischen der Volksrepublik China und über 60 Ländern Afrikas, Asiens und Europas an. Van Gents Fazit: «Man sollte sich die seidenen Handschuhe Chinas ganz genau anschauen, es könnte sich viel scharfes Eisen darin verbergen.»

www.küche-schweiz.ch

mh

Veröffentlichung: 16. Juli 2020 / Ausgabe 29-30/2020

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