«Die Gehrungen der langen Teile waren kompliziert»


Das Balkongeländer aus Fichtenholz passt gut zur Fassade. Bild: Léonie Waeber
Das Balkongeländer aus Fichtenholz passt gut zur Fassade. Bild: Léonie Waeber
Interview. Für einen Kunden hat Léonie Waeber aus Hofstetten im Kanton Solothurn ein Balkongeländer aus Fichte hergestellt. Eine Herausforderung für sie war, die teils vier Meter langen Stücke durch die Kreissäge laufen zu lassen.
Léonie Waeber: Zu Beginn hat mir ein Arbeitskollege beim Rohzuschnitt geholfen. Angemalt wurden die Teilstücke dann nicht von mir, sondern von einem Maler.
Zuerst habe ich alles grob zugeschnitten, abgerichtet und ausgehobelt. Gedübelt habe ich die Latten dann am Bohrautomat, was mir ein Kollege geraten hatte. Damit habe ich viel Zeit gespart. Ich habe dann drei Teile auf Gehrung so zusammengesetzt, dass sie eine U-Form ergeben. Einzelne Rahmen verleimte ich im Betrieb.
Ich habe den Arbeitsplan selbst gemacht, musste viel mitdenken und herausfinden. Aber das hat Spass gemacht. Schwierig war, die Gehrungen an den langen Teilen zu schneiden. Diese waren bis zu vier Meter lang und nicht so einfach auf die Kreissäge zu bekommen für den winkligen Schnitt. Nach mehreren Versuchen hat es geklappt.
Aus Fichte. Mein Betrieb hat dem Kunden Fichte oder Eiche empfohlen, und er hat ein Holz ausgewählt.
Mehrheitlich schon. In einer Ecke ist die Fuge bei der Gehrung nicht ganz geschlossen, aber man sieht das nicht.
Ja, zu 90 Prozent arbeite ich selbstständig. Das war ab dem ersten Tag so, natürlich an mein Können angepasst. Ich finde das toll und sehr vorteilhaft. Da wir quasi in allen Schreinerbereichen tätig sind, sehe ich überall rein.
Momentan läuft es gut, worüber ich sehr froh bin. Es ist ein Auf und Ab. Das hat an meinen Nerven gezerrt. Falls ich die Teilprüfung nicht beständen hätte, hätte ich wohl den Betrieb gewechselt oder abgebrochen. Aber ich habe es geschafft.
Ich habe mit zwei Schulkolleginnen an vielen Samstagen im Betrieb trainiert. Das lief gut. Doch in den letzten überbetrieblichen Kursen meinte der Leiter, dass es wohl knapp werden würde. Das hatte mich sehr verunsichert. Das sollte nicht sein. Man sollte die Lernenden doch lieber motivieren statt einzuschüchtern.
Insgesamt sind wir zehn Mitarbeitende und fünf Lernende. Wir sind zwei im vierten Lehrjahr, zwei im zweiten und einer im ersten. Wir haben es sehr gut miteinander. Ich bin die einzige Frau in der Werkstatt. Zu Beginn war ich etwas schüchtern, aber ich wurde gut aufgenommen.
Gestern habe ich gerade eine Bewerbung verschickt. Bei der Jubla Schweiz, also der Geschäftsstelle von Jungwacht/Blauring Schweiz, wurde eine kaufmännische Lehrstelle ausgeschrieben. Da meine Eltern ein Unternehmen gegründet haben, würde ich später gerne bei ihnen einsteigen. Und das KV wäre eine gute Vorbereitung dafür.
Wenn es mit der Zweitlehre klappt, schon. Meine Eltern haben ein Lerncenter für Schülerinnen und Schüler gegründet, was mich sehr interessiert. Sollte ich nicht angenommen werden, bin ich noch offen für die Zukunft. Es ist nicht so, dass mir der Beruf der Schreinerin nicht gefällt. Ich kann mir gut vorstellen, nebenbei kleine Aufträge zu übernehmen oder als Temporäre zu arbeiten.
Ich war schulmüde und mir fehlte in der Sekundarschule der Werken-Unterricht. Ich wollte eine Ausbildung machen, bei der ich mit den Händen arbeite, und ich war nach dem Schnuppern begeistert.
Léonie Waeber aus Hofstetten im Kanton Solothurn. Sie macht die Lehre bei der Schreinerei Wenger in Reinach BL und ist im vierten Jahr. Im Betrieb ist sie derzeit die einzige Frau in der Werkstatt. Die Berufsschule besucht sie in Liestal BL. Die 19-Jährige gehört seit elf Jahren der Jungwacht Blauring (Jubla) Hofstetten-Flüh an und ist dort gemeinsam mit einem Kollegen Scharleiterin. Für das Hobby wendet sie pro Woche rund 20 Stunden auf. Zudem geht Léonie Waeber regel-
mässig ins Yoga.
Nicole D'Orazio
Veröffentlichung: 07. Oktober 2021 / Ausgabe 41/2021
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