Der Folienschleuderer und sein Proki


Der Hellraumprojektor stellte manche Vorlesung auf den Kopf. Heute ist Teamarbeit üblich. Bild: VSSM
Der Hellraumprojektor stellte manche Vorlesung auf den Kopf. Heute ist Teamarbeit üblich. Bild: VSSM
75 Jahre Bürgenstock. Die neuen Unterrichtsformen machten vor dem Bürgenstock nicht halt. Die Schülerinnen und Schüler sollten zu mehr Handlungskompetenz und Eigenarbeit geführt werden. Mit den vielen Blättern verschwanden auch treffende Spitznamen.
Der Hellraumprojektor brachte in den Sechzigerjahren eine erste grosse Veränderung. Das Gerät wurde von den meisten Referenten sinnvoll eingesetzt, doch gab es auch andere, die das Ausfüllen von Lückentexten am «Proki» regelrecht zelebrierten. Die eine und die andere Lehrperson handelte sich damit den Übernamen «Folienschleuderer» ein. Heute sind diese Geräte natürlich weiterentwickelt beziehungsweise überholt.
Damit unterschiedliche Vorkenntnisse berücksichtigt werden konnten, sind in den 1980er-Jahren Werkstattblätter entstanden. Mit ihnen wurden Themen aus der Lehre aufgearbeitet. So wurden die Studierenden aufgefordert, ihre Selbstkompetenz zu beweisen, indem sie diese Werkstattblätter ausserhalb des Unterrichtes bearbeiteten. Auf den Blättern waren auch die Lösungen abgedruckt. Indem man das eigene Resultat mit den Lösungen vergleichen konnte, war es für jeden selbst möglich festzustellen, ob er das nötige Wissen erreicht hat.
In vielen Themenbereichen wurden ab 1990 Gruppenarbeiten eingeführt. Nicht immer war es einfach, in kleinen Gruppen zu arbeiten. Die Sozialkompetenz wurde damit zwar gefördert, aber auch gefordert, der interne Konkurrenzkampf verbesserte die Qualität der Arbeiten. Spannend war es besonders dann, wenn unterschiedliche Themen in den Gruppen bearbeitet werden mussten. Beim Präsentieren der Arbeiten wurden unter Umständen schwierige Fragen gestellt. Im Fachzeichnen und Konstruieren wurden schon seit Langem Fallbeispiele von durchgeführten Arbeiten benützt. So konnten im Unterricht geplante mit tatsächlich angewandten Konstruktionen verglichen und besprochen werden.
Eine Weiterentwicklung waren dann Projektarbeiten mit reellen Objekten. So konnte zum Beispiel eine Klasse ein Restaurant in Hergiswil NW während der Umbauphase begleiten, die Baustelle besichtigen, Massaufnahmen und eigene Arbeitsvorbereitungen machen. Auch der Innenarchitekt wurde beigezogen. Er erklärte der Klasse, wie er bei der Gestaltung vorgegangen war und was er damit erreichen wollte.
Mit Projektarbeiten kann das Gelernte aus unterschiedlichen Fächern zusammengeführt werden. Daraus entwickelt sich eine übergreifende Handlungskompetenz. Als Aufgabe musste zum Beispiel in Vierergruppen ein Jugendzimmer kreiert werden, das mit dem Heranwachsen der Jugendlichen erweitert werden konnte.
Auch die Zusammenarbeit zwischen Schule und Studierenden wurde hinterfragt und mit externen Fachpersonen konzipiert. Die Klassensprecher erhielten neue Funktionen und Anerkennung, die Klassen wurden regelmässig in Teamstunden informiert, und es wurde mit ihnen diskutiert. Heute sind die Dozenten frei in der Unterrichtsgestaltung. Der VSSM verlangt mehrere Projektarbeiten, die aufzeigen, ob die Studierenden das Wissen aus den einzelnen Themenbereichen zu übergreifenden Handlungskompetenzen zusammenfügen können.
Während des diesjährigen 75-Jahr-Jubiläums der Höheren Fachschule Bürgenstock (HFB) blickt die SchreinerZeitung mit einer losen Serie auf die Geschichte der VSSM-eigenen Bildungsstätte zurück. Interessierte können im Wettbewerb auf der Jubiläumsseite der HFB attraktive Preise gewinnen.
www.75-jahre-hfb.chVeröffentlichung: 19. September 2019 / Ausgabe 38/2019
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