Baustoff Holz: Eine ökologische Wahl

Thomas Lädrach führte dieses Jahr durch seinen zweiten Kongress als Präsident von Holzindustrie Schweiz. Bild: Regina Weber

Holzindustrie Schweiz.  Am Kongress von Holzindustrie Schweiz (HIS), der Branchenorganisation der Schweizer Säge- und Holzindustrie, stand die ökologische Bewertung von Baustoffen und Bauten im Fokus. Vorgängig behandelte die Mitgliederversammlung die statutarischen Geschäfte.

Zum HIS-Kongress begrüsste der Verbandspräsident Thomas Lädrach rund 100 Mitglieder und Gäste. Dieser fand am vergangenen Freitag im Anschluss an die Mitgliederversammlung in Thun statt. Laut Lädrach präsentiert sich das aktuelle Marktgeschehen recht gut. Der Blick auf die konjunkturelle Entwicklung zeige ein relativ positives Bild. Vom möglichen Weltwirtschaftswachstum werde die Schweizer Wirtschaft jedoch nur teilweise profitieren können, da die starke Währung weiterhin drücke, so Lädrach.

Der Schweizer Bausektor zeige eine Schwächung, doch der Holzbau halte sich weiterhin gut, insbesondere bei mehrgeschossigen Bauten und Grossprojekten. Doch nicht immer erreiche der Holzbau-Boom die Schweizer Unternehmen.

Stabile Sägewerke

Umso erfreulicher ist es, dass die Schweizer Sägewerksproduktion in den schwierigen letzten Jahren stabil blieb und die Marktanteile halten konnte. In diesem Zusammenhang verwies Lädrach auf die Wichtigkeit der Investitionen in das «Herkunftszeichen Schweizer Holz» durch die Waldwirtschaft und die Holzindustrie, die nach der Frankenaufwertung im Januar 2015 noch forciert wurden. Die dreijährige Woodvetia- Kampagne des Bundesamts für Umwelt (BAFU) zugunsten der vermehrten Nutzung von Schweizer Holz wird diesen Effekt zusätzlich verstärken.

Den Gebäudekontext einbeziehen

Zentrales Thema des Kongresses von Holzindustrie Schweiz war die ökologische Bewertung von Baustoffen und Bauten. Frank Werner, Inhaber des Umweltberatungsbüros Werner Umwelt & Entwicklung, zeigte auf, dass ökologische Vergleiche von Baustoffen nicht einfach pro Kilogramm oder Kubikmeter vorgenommen werden können. Vielmehr müsse bei solchen Vergleichen immer der Gebäudekontext einbezogen werden. Deshalb sollten sich Bauherren nur an seriösen Vergleichen auf Bauteilebene orientieren. Das Bauen mit Holz sei aber definitiv eine ökologische Wahl, so Werner.

Licht ins Bewertungs-Dunkel

Orientierung in der ökologischen Bewertung von Bauten bringt der Standard Minergie-Eco. Marc Grossmann, Experte für Bauökologie und Bauphysik bei Amstein + Walthert AG, zeigte auf, wie wichtig auch die gesundheitlichen Kriterien für Innenräume, die Gebäudenutzung, die Witterungsbeständigkeit der Fassade und schliesslich die Rückbaufähigkeit sind. Bei all diesen Kriterien hat Holz gute Chancen, wenn es mit verträglichen Substanzen behandelt ist und aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Einen besonderen Vorteil im Vergleich zu anderen Bauweisen weist der Holzbau bei Minergie-Eco hinsichtlich der grauen Energie auf.

So punktete der Holzbau auch beim Neubauprojekt «Freilager Zürich» mit deutlich weniger grauer Energie im Vergleich zum Massivbau. Dies führte Jean-Claude Maissen, CEO der Freilager AG, für die Bauherrschaft aus. In dem 2016 fertig gestellten Projekt auf einem 70 500 Quadratmeter grossen Areal wurden unter anderem Holzbauten realisiert. Dabei wurde die 2000- Watt-Zielsetzung schon in der Projektentwicklung berücksichtigt und konsequent umgesetzt.

www.holz-bois.chwww.woodvetia.ch

RW

Veröffentlichung: 18. Mai 2017 / Ausgabe 20/2017

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