Auf dem Eis gross geworden


Benjamin Geier (28) steht seit rund 20 Jahren als Hockey-Goalie auf dem Eis. Nach seinem Studium möchte er sich nun aber bald neuen Dingen zuwenden. Bild: Isabel Hempen
Benjamin Geier (28) steht seit rund 20 Jahren als Hockey-Goalie auf dem Eis. Nach seinem Studium möchte er sich nun aber bald neuen Dingen zuwenden. Bild: Isabel Hempen
Leute. Benjamin Geiers Tage sind oft oft lang: Um Viertel vor fünf läutet morgens der Wecker, dann macht er sich auf die zweistündige Zugfahrt von Winterthur ZH an seinen Arbeitsplatz in Moosseedorf BE.
Wenn er abends spät nach Hause kommt, steht von neun bis Viertel nach zehn noch Training an – zwei- bis dreimal die Woche. Der 28-Jährige ist Eishockey-Goalie beim EHC Bassersdorf in der 2. Liga. Von September bis Ende Februar stehen am Wochenende Matches auf dem Programm. Seit einem Jahr arbeitet Geier bei der Marti Tunnel AG in Moosseedorf als Bauingenieur. Das Studium hat der gelernte Schreiner vor einem Jahr abgeschlossen. Meist ist er im Büro, ab und zu aber auch in einem Tunnel oder Stollen. Im Lötschbergtunnel etwa, wo seine Firma den Tunnel sanierte. Da machte er die Nachkalkulationen vor Ort. «Das sind riesige und logistisch extrem aufwendige Baustellen. Das nimmt man von aussen oft gar nicht wahr», erzählt er fasziniert. Da sehe er häufig Dinge, die nicht viele Menschen je zu Gesicht bekämen. «Du erforschst den Fels und siehst dabei seine Entstehungsgeschichte, das ist sehr spannend.» Eishockey spielt er seit der ersten Klasse. Mit 12 Jahren zog er vom heimischen Tösstal zu den Grosseltern nach Winterthur, wo er die Sportschule besuchte. Das gab ihm die Möglichkeit, morgens oder über den Mittag flexibel zu trainieren. Nach der anschliessenden Schreinerlehre wechselte er von Winterthur zum EHC Bassersdorf. «Um den Sport professionell auszuüben, hätte ich zu einem grösseren Club gehen müssen», sagt er. Ihm sei aber auch die Schule wichtig gewesen.
Es macht ihn stolz, dass er «einer der besseren Zweitliga-Goalies» sei, wie er des Öfteren zu hören bekommt.In seiner Wohnung stehen viele Möbel aus Holz. Tisch, Bett, Sideboard und der Kleiderschrank: alles selbst gefertigt. Von seiner Schreinerausbildung hat er vor allem mitgenommen, geduldig an Dingen dranzubleiben und flexibel auf unerwartete Situationen und unterschiedliche Menschen zu reagieren. «Ich versuche mit den Leuten so umzugehen, wie auch ich selbst gerne behandelt werden möchte», sagt er schlicht. Und man glaubt es ihm. Er wirkt wie jemand, der anderen zuhört und auf sie eingeht. In den 20 Jahren als Eishockeyspieler hat er viele schöne Erfahrungen gemacht. Er kennt die meisten seiner Freunde vom Sport, ist weit herumgekommen und hat bei Turnieren und Trainingslagern in Deutschland, Österreich und im Südtirol viel gesehen. Dennoch wird die kommende Saison «voraussichtlich die letzte» sein, wie er sagt.
Dem Eishockeysport hat er vieles hinten angestellt. Jetzt, wo das Studium abgeschlossen ist, möchte er sich dem Beruf widmen, neue Dinge erleben und mit seiner Freundin auf Reisen gehen. «Viele, die aufhören, vermissen nicht das Sportliche, sondern die Garderobe», weiss er. Da trinke man nach dem Spiel noch eins, höre gemeinsam Musik oder diskutiere über aktuelle Themen. Auch er wird das wohl vermissen. Dafür wird er bald Zeit haben für andere Dinge – fürs Skifahren, Wandern, Fischen, draussen sein. «Es wird sicher eine spannende Zeit», glaubt er. Aber: «Ich werde mich umstellen müssen.»
«Um den Sport professionell auszuüben, hätte ich zu einem grösseren Club gehen müssen.»
Veröffentlichung: 24. Oktober 2022 / Ausgabe 42/2022
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